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Bamberg holt BBL-Titel:Freak City feiert

In einem dramatischen fünften Finalspiel sichern sich die Brose Baskets Bamberg gegen Frankfurt die deutsche Basketball-Meisterschaft. Ein ehemaliger Nationalspieler wird zum tragischen Helden.

Dritter Titel, erstes Double - die Bundesliga- Basketballer der Brose Baskets Bamberg haben im Playoff-Thriller den großen Wurf gelandet. Im entscheidenden fünften Spiel der Finalserie besiegte der Pokalsieger am Donnerstag vor 6800 Zuschauern in der "Frankenhölle" die Deutsche Bank Skyliners Frankfurt mit 72:70 (32:27) und feierten mit dem dritten Titelgewinn nach 2005 und 2007 auch das erste Double der Vereinsgeschichte.

Brose Baskets Bamberg - Deutsche Bank Skyliners

Bambergs Flügelspieler Casey Jacobsen (re.) war über die gesamte Finalserie einer der besten Akteure beim neuen deutschen Meister.

(Foto: ag.ddp)

Bamberg löst Vorjahresmeister EWE Baskets Oldenburg ab, der im Viertelfinale ausgeschieden war. Als Bambergs Triumph perfekt war, herrschte in "Freak City", wie sich die Bamberger gerne nennen, der Ausnahmezustand. Beim Public Viewing auf dem Maxplatz jubelten einige Tausend Fans ihren Helden zu. Bei Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer auf der Tribüne der JAKO-Arena gab es kein Halten mehr. Das Daumendrücken des prominenten Brose-Fans hatte geholfen. Nach einer zähen Serie mit fünf Spielen hatten die Oberfranken die lästigen Frankfurter Stehaufmännchen endlich in die Knie gezwungen.

Mit dem 69:56-Heimsieg am Dienstag waren die Skyliners nach dem 52:97-Debakel am vorigen Sonntag in Frankfurt zurückgekehrt. Aber die von Chris Fleming trainierten Brose Baskets setzten das Gesetz der Serie fort: In der Bundesliga-Geschichte setzte sich im Entscheidungsspiel bisher immer der Gastgeber durch. Pedrag Suput und John Goldsberry eröffneten mit einem Blitzstart die Bamberger Meister-Gala und brachten das Heimteam nach nur zwei Minuten mit 10:0 in Front.

In der Defensive mit dem hervorragenden Tibor Pleiß ließ Brose so gut wie nichts zu. Erst im zweiten Viertel gaben Ex-Nationalspieler Pascal Roller und der sehr präsente US-Boy Seth Doliboa mit Dreipunkte-Würfen das Signal zu Frankfurts Aufholjagd. Bamberg verspielte verspielte eine 16-Punkte-Führung und ging wegen nachlassender Trefferquote nur mit einem Fünf-Punkte- Polster in die Pause. Mit einem starken Spielmacher Anton Gavel knüpfte Bamberg in den letzten beiden Vierteln an die starke Leistung im ersten Durchgang an.

Trotz eines Rückstands von zeitweise 14 Punkten gaben die Frankfurter aber nicht auf und kamen zum Ende des dritten Viertel bis auf sechs Punkte heran. Die Hessen leisteten weiter hartnäckige Gegenwehr. Roller, der seine Nationalmansnchaftskarriere vor zwei Jahren beendet hatte, traf 13 Sekunden vor Schluss zum 69:70, dann vergab er einen Freiwurf zum Ausgleich - der Bamberger Zittersieg war nach einem Treffer von Tibor Pleiß perfekt - und in der Freakstadt brachen alle Dämme.