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Augsburg:Finnbogason bleibt kühl und trifft dreimal

FC Augsburg v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga

Durchblick im Schneegestöber: Alfred Finnbogason bringt den FC Augsburg mit einem verwandelten Handelfmeter in Führung.

(Foto: Adam Pretty/Getty)

Mit dem 3:0 über Mainz beendet der FC Augsburg eine aufregende Woche, vor allem aber seine Negativ-Serie.

Im Grunde ist die Winterpause ideal, um sich als abstiegsbedrohter Bundesligaklub auf die anstehenden Aufgaben vorzubereiten. Nach dem Ende der Hinrunde verweisen die Verantwortlichen gerne darauf, dass sie nun die Fehler analysieren, möglicherweise auch auf dem Spielertransfermarkt etwas nachjustieren, damit die Mannschaft mit frischen Kräften und neuem Elan die Mission Klassenverbleib angehen kann. So hatten sie es auch beim FC Augsburg kommuniziert, wo sie ohnehin dafür bekannt sind, ihre Aufgaben achtsam und umsichtig zu erledigen. Das funktionierte diesmal aber nicht so, denn der Klub musste unverhofft "einen Schlussstrich" ziehen, wie es der Trainer Manuel Baum vor dem Heimspiel gegen Mainz 05 formulierte. Und trotz der bislang turbulentesten Augsburger Bundesliga-Woche war Baum sicher: "Genauso, wie es gelaufen ist, ist es auch richtig gewesen."

Ob sich das bewahrheitet, werden Baum und seine Mannschaft zwar erst noch über einen längeren Zeitraum zeigen müssen. Kurzfristig scheinen die radikalen Veränderungen der vergangenen Tage aber einiges bewirkt zu haben. Der FCA gewann nach drei Treffern von Stürmer Alfred Finnbogason (8., 34./jeweils per Handelfmeter, 54.) 3:0 - und das "hochverdient", wie auch der Mainzer Trainer Sandro Schwarz anerkannte.

Der FC Augsburg präsentierte sich am Sonntagnachmittag ganz anders als zuletzt, nämlich kompakt und konzentriert verteidigend, um sich dann bei Balleroberungen immer wieder flott und über wenige Stationen vors gegnerische Tor zu kombinieren. Das taten die Augsburger endlich wieder mit jener Intensität, für die sie in der Bundesliga so lange gefürchtet waren. Der FCA spielte ja ohne den Verteidiger Martin Hinteregger, der nach heftiger Kritik an Trainer Baum noch eilig an Eintracht Frankfurt ausgeliehen wurde, und auch ohne den Brasilianer Caiuby, der sich nach seinem eigenmächtig verlängerten Heimaturlaub ebenfalls einen neuen Verein suchen darf. Dafür setzten sich mit Jens Lehmann und Reece Oxford zwei in dieser Woche präsentierte Zugänge auf die Bank. Lehmann soll als Co-Trainer zusätzliche Erfahrung im Abstiegskampf beisteuern, der 20 Jahre alte Oxford im besten Falle den ehemaligen Abwehrchef Hinteregger ersetzen. In der Innenverteidigung spielten aber erst einmal der ebenfalls 20 Jahre alte Kevin Danso sowie der Mittelfeldmann Rani Khedira, der den Abwehrverbund von der ersten Minute an mit lauten Kommandos und Handzeichen organisierte, der seinen Mitspielern anzeigte, wann sie sich fallen lassen, rausrücken und den Gegner attackieren müssen.

Dass das alles funktionierte, lag natürlich an der taktischen Disziplin der FCA-Profis. Die Mainzer leisteten aber auch gütige Mithilfe, indem sie der Heimelf in der ersten Halbzeit gleich zwei Handelfmeter bescherten. "Für mich war der erste Elfmeter eine ganz klare Fehlentscheidung", sagte der Mainzer Sportvorstand Rouven Schröder, was Augsburgs Manager Stefan Reuter etwas anders sah: "Glasklar, da gibt es doch nichts zu diskutieren." Einen Elfmeter gewährt zu bekommen ist das eine, diesen dann nach den jüngsten Ereignissen auch zu verwandeln, das andere. Stürmer Finnbogason sei beide Male "ganz entspannt" gewesen, wie er sagte, immerhin sei er in solchen Situationen "immer zuversichtlich". Der Isländer traf beide Male sicher und besiegelte den Augsburger Sieg dann auch mit seinem dritten Tor. Über Gregoritsch und Moravek konterte der FCA rasend schnell, Finnbogason vollendete kühl. Dieser Vorgang wiederholte sich noch einige Male, die Augsburger ließen jedoch jede weitere Chance aus. Was nachher natürlich egal war, weil sie ihre Serie von zehn sieglosen Spielen beendet hatten. Und das Drumherum? Es habe Themen gegeben, "die uns beschäftigt haben", sagte Kapitän Baier: "Aber das ist jetzt vorbei. Und das ist gut so."