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Aston Martin als Sponsor von 1860 München:Luxuswagen für den Arbeiterverein

Die James-Bond-Nobelkarosse auf der Brust der Löwen: Ausgerechnet der britische Sportwagenhersteller Aston Martin wird neuer Hauptsponsor beim ehemaligen Münchner Arbeiterverein TSV 1860. Warum die ungleichen Partner zusammenpassen, begründen die Münchner eigenwillig.

Auf der Pressemitteilung stehen die Logos in gleicher Größe nebeneinander. Rechts das von 1860 München, der doppelschwänzige Löwe mit der langen Zunge, dieses gewichtige Urviech. Und links das Logo von Aston Martin. Britisch, elegant, leicht, hinterlegt mit gerippten Flügeln.

Frankfurt Motor Show

Ein Aston Martin One-77, vorgestellt auf der IAA Frankfurt: Der britische Automobilhersteller ist neuer Hauptsponsor beim TSV 1860 München.

(Foto: Bloomberg)

Die beiden so unterschiedlichen Firmenembleme werden bald zusammenfinden - auf der Brust der Löwen-Spieler. Dort, wo jetzt noch "Münchens große Liebe" auf hellblauem Grund von der Verbundenheit des Vereins mit seiner Stadt zeugt, wird schon beim nächsten Spiel der Löwen gegen den FSV Frankfurt "Aston Martin" prangen.

Der britische Sportwagenhersteller ist der neue Hauptsponsor der Löwen. Der lange von Chaos und Misswirtschaft gebeutelte Verein aus dem Münchner Arbeiterviertel Giesing, auf dessen Straßen Aston Martins immer noch seltener sind als Pferdekutschen, kooperiert mit der britischen Luxusautomarke. In der Pressemitteilung steht: "Der Traditionsverein und die Traditionsmarke" finden zusammen.

Es wird wohl nicht lange dauern, bis das Klagen der Traditionalisten einsetzt. Die hatten schon beim Einstieg des "Scheichs" gemosert. Dabei ist Hasan Ismaik, seit dieser Saison Gesellschafter bei 1860 München, gar kein Scheich. Das Geschrei war trotzdem groß.

Die wichtige Fangruppierung "Cosa Nostra" stieg nach dem Einstieg Ismaiks aus, zog sich aus der Kurve zurück, macht keine Stimmung mehr im Stadion. "Es ist mit unserem Verständnis von Fußball und Fandasein schlicht und einfach nicht vereinbar, dieses Konstrukt mit Stimmung und choreographischen Elementen zu bedienen", lautete die Begründung.

Dem Konstrukt hat Ismaik nun einen weiteren Baustein hinzugefügt. Denn natürlich hat Ismaik die Kooperation mit Aston Martin initiiert. Ob aus persönlicher Verbundenheit mit der Marke, ist nicht bekannt. "Gemeinsam setzen wir Stein auf Stein und führen die Löwen langfristig wieder dahin, wo sie hingehören", sagte Ismaik in München.

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