bedeckt München 16°

Afrika-Cup:Algerische Fußballfans randalieren in Paris und Marseille

Algerische Fans feiern nach dem Viertelfinalsieg

In Paris nehmen französische Polizisten einen Fan der algerischen Nationalmannschaft fest.

(Foto: dpa)

Es soll Plünderungen und einen Todesfall gegeben haben, berichten französische Medien. Ferrari entdeckt in einem Transporter Flüchtlinge. Serena Williams steht vor historischem Wimbledon-Erfolg.

Fußball, Afrika-Cup: Eine Tote, mehrere Verletzte und über 70 Festnahmen: Eskalierte Feiern tausender algerischstämmiger Fans nach dem Halbfinal-Einzug ihrer Fußball-Nationalmannschaft beim Afrika-Cup in Ägypten haben in mehreren französischen Städten zu einer Bilanz des Schreckens geführt. In Montpellier wurde eine Frau in einer Menschenmasse durch ein zu schnell fahrendes Auto eines Algeriers getötet, während ihr einjähriges Baby bei dem Unfall schwer und ihre 17 Jahre alte Tochter leicht verletzt wurden.

Regierungsangaben zufolge erlitten insgesamt zehn Polizisten bei Ausschreitungen leichte Verletzungen. In Paris plünderten auf dem berühmten Prachtboulevard Champs-Elysees Dutzende Krawallmacher zwei Ladenlokale und zerstörten Schaufenster weiterer Geschäfte. Neben dem mutmaßlichen Todesfahrer von Montpellier nahm die Polizei in der Nacht zum Freitag landesweit 72 Randalierer in Gewahrsam.

Afrika-Cup "Keiner kennt uns, vielleicht nur den Film Madagascar"
Madagaskar beim Afrika-Cup

"Keiner kennt uns, vielleicht nur den Film Madagascar"

Der krasse Außenseiter verblüfft beim Afrika-Cup mit unbekannten Spielern und einem Trainer aus Frankreichs vierter Liga - doch die Euphorie überdeckt nur schwer die großen Probleme des Verbands.   Von Sebastian Fischer

"Die Zerstörungen und Vorkommnisse sind inakzeptabel", kommentierte Frankreichs Innenminister Christophe Castaner am Freitag die gewalttätigen Ausschreitungen. In Frankreich leben viele Menschen algerischer Herkunft. Zwischen den Migranten aus Frankreichs ehemaliger Kolonie in Nordafrika und der einheimischen Bevölkerung herrschen seit langer Zeit starke Spannungen.

Motorsport, Formel 1: Mitarbeiter des Formel-1-Rennstalls Ferrari haben vor dem Großen Preis von Großbritannien (Sonntag, 15.10 Uhr/RTL und Sky) eine ungewohnte Entdeckung gemacht. Als sie an der Rennstrecke in Silverstone den Lastwagen eines Zulieferers öffneten, versteckten sich zwei Flüchtlinge in dem Transporter. "Als sie gefunden wurden, hat das Team die Polizei angerufen und sich um sie gekümmert", sagte ein Teamsprecher. Das Fahrzeug sei "kein Ferrari-Transporter" gewesen und habe "kein Branding" der Scuderia gehabt. Der Truck hatte auf dem Weg nach Silverstone im französischen Calais eine Fähre genommen. Die beiden Flüchtlinge sollen dort in den Transporter geklettert sein, um illegal nach Großbritannien einzureisen.

Fußball, Bundesliga: Bayern-Profi Thomas Müller rechnet bei der Jagd nach dem achten Münchner Meistertitel nacheinander mit einem wieder interessanten Titelkampf in der Fußball-Bundesliga. "Es wird auf jeden Fall spannend", prophezeite der 29 Jahre alte Angreifer nach den ersten Tagen der Saisonvorbereitung beim FC Bayern München. Als größten Konkurrenten erwartet Müller wie zuletzt Borussia Dortmund. "Dortmund hat letztes Jahr eine super Saison gespielt. Sie haben versucht, sich nochmal zu verstärken. Da wird man sehen müssen, wie die Neuzugänge funktionieren", äußerte Müller in einem Video auf der Internetseite des deutschen Rekordmeisters.

"Die Bundesliga kann sich freuen, ich freue mich auch, es wird interessant", bemerkte der ausgemusterte Nationalspieler, der seine Erwartungshaltung ans neuerliche Duell mit dem BVB nicht verhehlt: "Es wird sicherlich Spaß machen, in der Tabelle ganz oben zu stehen." Herausforderer Dortmund hat sich mit den Nationalspielern Julian Brandt (Bayer Leverkusen) und Nico Schulz (1899 Hoffenheim) sowie Angreifer Thorgan Hazard (Borussia Mönchengladbach) und Mats Hummels verstärkt, der vom FC Bayern zu den Westfalen zurückgekehrt ist.

Die Bayern haben den Titel seit 2013 sieben Mal nacheinander geholt. Nach Jahren der Dominanz betrug der Vorsprung in der vergangenen Saison aber nur zwei Punkte auf den BVB. Die Borussia hatte im Saisonverlauf zeitweise mit neun Zählern vor den Bayern gelegen.

Tennis, Wimbledon: Nur noch ein Sieg fehlt zum Grand-Slam-Rekord: Serena Williams hat in Wimbledon wie im Vorjahr das Finale erreicht. In nur 59 Minuten bezwang die US-Amerikanerin die ungesetzte Tschechin Barbora Strycova 6:1, 6:2 und machte damit ihre elfte Endspiel-Teilnahme in London perfekt. Ihre Gegnerin ist dort am Samstag die Rumänin Simona Halep.

Bei einem Erfolg würde Williams durch ihren dann 24. Major-Titel mit der Australierin Margaret Court gleichziehen. Es wäre zudem der erste seit der Geburt ihrer Tochter 2017. Einen anderen Rekord hat Williams dagegen bereits sicher. Mit 37 Jahren und 291 Tagen ist sie nunmehr die älteste Grand-Slam-Finalistin in der Ära des Profitennis'. Bislang wurde die Bestmarke gehalten von der großen Martina Navratilova, die 1994 in Wimbledon exakt 33 Tage jünger war.

Wimbledon

Wer aufzufallen weiß

Die rumänische Weltklassespielerin Simona Halep kann sich in Wimbledon dagegen auch zur Nachfolgerin von Angelique Kerber küren. Die letztjährige French-Open-Gewinnerin zog am Donnerstag dank eines verdienten 6:1, 6:3 gegen die Ukrainerin Jelina Switolina erstmals ins Endspiel des Rasenklassikers in London ein.

"Es ist ein unglaubliches Gefühl. Das ist einer der besten Momente in meinem Leben", sagte Halep nach ihrem klaren Erfolg. Vor rund 15 000 Zuschauern entwickelte sich auf dem Centre Court auf der altehrwürdigen Tennis-Anlage im Südwesten Londons zunächst eine Partie mit langen Grundlinien-Duellen. Die ersten beiden Spiele dauerten allein 20 Minuten, dann zog die ehemalige Nummer eins der Tennis-Welt davon.

In dem 72 Minuten dauernden Duell konnte die Weltranglisten-Achte Switolina in ihrem ersten Grand-Slam-Halbfinale der Rumänin nicht genügend entgegensetzen. Nach einem ausgeglichenen Auftakt in den zweiten Satz holte sich Halep das Break zum 4:3 und sicherte sich nach 72 Minuten die Chance auf ihren zweiten Grand-Slam-Titel.

Frauenfußball "Wir müssen mehr lieben, weniger hassen"

US-Fußballerin Megan Rapinoe

"Wir müssen mehr lieben, weniger hassen"

Beim Empfang der Weltmeisterinnen in New York hält US-Nationalspielerin Megan Rapinoe eine inspirierende Rede. Ihre Worte kommen für manche zu spät.   Von Tim Brack