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Madagaskar beim Afrika-Cup:"Keiner kennt uns, vielleicht nur den Film Madagascar"

Die madagassischen Spieler feiern den Einzug ins Viertelfinale.

(Foto: AFP)
  • Madagaskar hat als krasser Außenseiter das Viertelfinale des Afrika-Cups erreicht.
  • "Die Mannschaft funktioniert gut, der Rest nicht", Madagaskars Nationaltrainer Nicolas Dupuis.
  • Sein Team muss mit großen Widrigkeiten kämpfen.

Dass die Menschen bislang eher nicht an Fußball dachten, wenn sie Madagaskar hörten, war einem der besten Fußballer der Insel längst klar. "Keiner kennt uns", sagte Anicet Andrianantenaina vor ein paar Tagen über sein Team. "Vielleicht nur den Film Madagascar", fügte er hinzu. Doch Andrianantenaina, übrigens ein Mitspieler von Arohasina Andrianarimanana und Charles Andriamatsinoro, sagte dies beim Afrika-Cup, das Zitat ging um die Welt. Der madagassische Fußball gewinnt gerade sehr an Bekanntheit.

Der 32. Afrika-Cup ist umstritten. Bereits die Vergabe nach Ägypten war wegen Menschenrechtsverletzungen im Land ein Politikum. Und der Präsident des Kontinentalverbands Caf, Ahmad Ahmad, wurde vor dem Turnier wegen Korruptionsvorwürfen verhört. Eine märchenhafte sportliche Geschichte kommt da zur Abwechslung gelegen: An diesem Donnerstag steht Madagaskar, Nummer 108 der Weltrangliste, bei seiner ersten Turnierteilnahme im Viertelfinale gegen Tunesien. Und es geht vielleicht gar um mehr als um glückliche Außenseitersiege.

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Madagaskar, das sich unter anderem mit einem 3:3 gegen Luxemburg auf das Turnier vorbereitet hatte, schlug nach einem 2:2 gegen Guinea zum Auftakt in der Gruppenphase zunächst Burundi 1:0, dann Nigeria 2:0 und warf im Achtelfinale die Demokratische Republik Kongo mit 6:4 nach Elfmeterschießen aus dem Wettbewerb. Madagaskar hatte zwar Glück, schon zur Pause hatte Kongo fast dreimal so oft aufs Tor geschossen. Aber der Außenseiter verdiente sich mit einer offensiven, auf Ballbesitz ausgelegten Spielweise und physischer Stärke auch viel Respekt.

Und so beginnen die Erklärungen für den Erfolg mit Nicolas Dupuis, 51, aus der Auvergne. Er trainiert den französischen Viertligisten FC Fleury - und Madagaskars Nationalmannschaft.

Der größte Inselstaat Afrikas, für seine Natur bekannt, ist eines der am wenigsten entwickelten Länder der Welt, mehr als drei Viertel der Bevölkerung leben in Armut. Fußball ist zwar beliebt, aber die Bedingungen sind widrig. Die meisten Nationalspieler sind Profis im Ausland, viele spielen in Frankreich, nur wenige in der heimischen, nach der Brauerei "Three Horses Beer" benannten und in Regionalturnieren organisierten Liga. Die Leitung des klammen Landesverbands FMF wurde 2018 von der Fifa durch ein sogenanntes Normalisierungskomitee ersetzt. Vorstandswahlen hätten nicht den Regeln für Mitgliedsländer entsprochen, teilte der Weltverband damals mit.