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3. Liga:RB Leipzig macht Aufstieg perfekt

RB Leipzig FC Saarbrücken

Auf dem Weg nach oben: Leipzigs Dominik Kaiser jubelt nach seinem Tor gegen Saarbrücken.

(Foto: dpa)

Der nächste Schritt Richtung Bundesliga ist vollbracht: RB Leipzig sichert sich dank eines klaren Erfolgs gegen den 1. FC Saarbrücken den Aufstieg in die zweite Fußball-Bundesliga. Die Fans sind euphorisiert, hinter der Lizenz für die höhere Spielklasse steht nach wie vor ein Fragezeichen.

RasenBallsport Leipzig hat mit einem 5:1 (4:0)-Sieg gegen Absteiger 1. FC Saarbrücken am Samstag den Aufstieg in die 2. Liga perfekt gemacht. Nach nur einer Viertelstunde war vor 42.713 Zuschauer im Leipziger WM-Stadion klar: Der vom Getränkekonzern Red Bull finanzierte Klub wird sich den Aufstieg heute nicht nehmen lassen. Dominik Kaiser (7./36./47.) und Daniel Frahn (9./14.) waren die Matchwinner für RB, Stefan Reisinger (53.) traf für die Gäste.

Die Leipziger haben bei ihrem Projekt "Bundesliga-Fußball" also den nächsten Schritt geschafft. Dabei war das Unterfangen zuletzt ins Stocken geraten. Nachdem Leipzig, das das Spielrecht des Fünftligisten SSV Markranstädt erwarb, um nicht ganz unten anfangen zu müssen, problemlos durch die Oberliga marschiert war, stockte es in der Regionalliga. Zweimal musste Leipzig finanzschwächeren Klubs den Vortritt Richtung 3. Liga lassen. Investitionen von geschätzt 100 Millionen Euro durch Mäzen Dietrich Mateschitz brachten zunächst nur die Infrastruktur auf Bundesliganiveau, etwa mit einem der modernsten Trainings- und Nachwuchszentren.

Sportlich aufwärts ging es erst, als Ralf Rangnick als Sportdirektor eingestellt wurde. Er brachte im Sommer 2012 Trainer Alexander Zorniger mit nach Leipzig und kündigte eine neue "Zeitrechnung" an. RB stieg zweimal auf und schaffte nun als erstes Team den Durchmarsch "ab durch die Dritte", wie die Marketing-Abteilung früh das Saisonziel als Slogan ausgab.

Nicht immer schön, aber effektiv

Zorniger setzt auf aggressiven Pressing-Fußball, der nicht immer schön anzuschauen, aber das richtige Mittel für die ausgeglichene 3. Liga ist. Dass die von Rangnick in den zwei Jahren deutlich verjüngte Mannschaft über große individuelle Qualität verfügt, zeigte sich vor allem in den Duellen mit den beiden anderen Top-Teams aus Heidenheim und Darmstadt. Drei der vier Partien gewann Leipzig, fing sich nur einen Gegentreffer.

Mittlerweile kommen im Schnitt mehr als 15.000 Zuschauer zu den Spielen, zuletzt sogar rund 40 000 Fans. Offenbar hat es der Klub vollbracht, eine Euphorie zu entfachen und mit Erfolg an die Stelle zu treten, wo früher die Traditionsvereine 1. FC Lokomotive und BSG Chemie Leipzig standen.

In Leipzig hoffen sie nun, dass die Deutsche Fußball-Liga (DFL) Ende Mai auch die Lizenz für die 2. Bundesliga erteilt. Im ersten Durchgang forderte der Ligaverband ein neues Vereinslogo, eine von Geldgeber Red Bull unabhängigere Besetzung der Führungsgremien sowie geringere Hürden für neue Mitglieder. Der Klub bewegt sich mit seiner Satzung und einem kleinen elitären Kreis aus Red-Bull-Mitarbeitern, die als einzige neun stimmberechtigte Mitglieder die Führungsgremien bilden, im Graubereich des Vereinsrechts.

© SZ.de/sid/dpa/jkn

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