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2. Liga: 1860 unterliegt Paderborn:S, N, S, N, S, N

Schläfrig und ideenlos verliert der TSV 1860 München beim SC Paderborn 1:3. In den vergangenen sechs Spielen folgte damit auf einen Sieg stets eine Niederlage.

S, N, S, N, S, N - so lautet in der schlichten Eleganz der Fußballstatistik die Bilanz des Zweitligisten TSV 1860 aus den vergangenen sechs Spielen: Nach dem 1:3 in Paderborn vom Freitagabend stehen in schöner Regelmäßigkeit Sieg, Niederlage, Sieg, Niederlage, Sieg und Niederlage zu Buche. Das ist auch eine Serie - aber nicht so eine, die die Löwen nach dem 3:2 gegen Aachen am vergangenen Wochenende gerne gestartet hätten.

Der Ausflug mit dem ICE nach Ostwestfalen misslang ihnen völlig: Auf tiefen, matschigem Geläuf mangelte es 1860 bei Dauerregen nicht nur am kämpferischen Einsatz. In der Defensive fehlten Organisation und Konsequenz, im Spielaufbau Ideen und Präzision. Die Warnungen des Trainers Ewald Lienen vor dem schnellen Konterspiel der Paderborner und ihrem quirligen Stürmer Mahir Saglik verhallten unbeachtet.

Ludwigs fünfte gelbe Karte

Das Ansinnen der Münchner, sich selbst auf Defensive und Konter zu beschränken und den Zweitliga-Aufsteiger so seiner Stärken zu berauben, machte 1860-Innenverteidiger Mathieu Beda schon nach acht Minuten hinfällig. Nach einem langen Schlag zupfte er im Strafraum am Trikot des Paderborner Angreifers Frank Löning herum; Schiedsrichter Daniel Siebert bestrafte Beda mit einer gelben Karte und entschied auf Foulelfmeter, den Saglik zum 1:0 nutzte. Der vom VfL Wolfsburg ausgeliehene Stürmer scheiterte kurz darauf an 1860-Torwart Gabor Kiraly mit einem Kopfball (14.) und einem Flachschuss, nachdem er vier Münchner ausgetanzt hatte (17.). Die einzige erwähnenswerte Torgelegenheit der Löwen in der ersten Hälfte hatte Stefan Aigner nach einer halben Stunde, SCP-Torwart Kasper Jensen parierte.

Nach der Halbzeitpause versuchte Lienen, mit der Einwechslung von Charilaos Pappas für Sandro Kaiser Schwung ins Offensivspiel zu bringen, doch stattdessen zeigten die Paderborner mit Kontern und einfachem Passspiel die Schwächen der schläfrigen 1860-Defensive auf, in der der zuletzt konstant starke Innenverteidiger Mate Ghvinianidze schwer vermisst wurde. Überraschend wurde der Georgier von Torben Hoffmann und nicht von Radhouène Felhi vertreten. Nach einem Steilpass von Daniel Brückner scheiterte Saglik erneut an Kiraly (51.), nach einer Stunde war es dann aber soweit. Enis Alushi, lasch gedeckt von Hoffmann, leitete den Ball zu Saglik, lasch gedeckt von José Holebas; Saglik schob das Spielgerät zu Brückner, lasch gedeckt von Aleksandar Ignjovski; Brückners Flachschuss rollte zum 2:0 ins Tor. Das sah einfach aus, wie im Testspiel gegen einen Bezirksligisten.

Auch beim dritten Gegentor sahen die Münchner staunend zu. Saglik spielte einen weiten Ball auf Brückner, dessen Hereingabe von der Grundlinie nutzte Alushi zum 3:0. Damit hatten nun die drei besten Paderborner Offensivspieler je einmal getroffen, während alle Löwen zusammen noch nicht einmal drei Tormöglichkeiten verzeichneten. Erst mit zunehmender Überheblichkeit des Aufsteigers und der Einwechslung von 1860-Stürmer Djordje Rakic für Sascha Rösler sah das Spiel ein klein wenig freundlicher aus für die Löwen. Nun kamen sie zumindest zu der einen oder anderen Torszene: Ein Drehschuss von Rakic ging am Pfosten vorbei (66.), nach einer Hereingabe von Rakic erzielte Aigner das Anschlusstor (75.). Zu mehr reichte es nicht mehr.

In der 92. Minute erhielt auch noch Mittelfeldspieler Alexander Ludwig seine fünfte gelbe Karte der Saison, er fehlt 1860 damit im Heimspiel gegen den FCSt. Pauli am Sonntag, 7. März (13.30 Uhr, Arena). Für dieses Spiel darf 1860 wegen Fanausschreitungen nur 25000 Karten verkaufen - so lautete die Strafe des Deutschen Fußball-Bundes. Mit Spannung darf man erwarten, ob sich nach der Vorstellung von Paderborn überhaupt so viele Menschen für den Erwerb eines Tickets interessieren.