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Sprachlabor (148):Wohl bekomm's

SZ-Redakteur Hermann Unterstöger besänftigt Leser.

IN GUTEN GASTHÄUSERN wird zum Aperitif eine Kleinigkeit gereicht, der sogenannte Gruß aus der Küche. Der folgende Appetizer kommt zwar nicht aus unserer Küche, sondern von einem "Aussender" namens INiTS Universitäres Gründerservice Wien GmbH. Er sei aber trotzdem mit einem herzlichen "Wohl bekomm's" serviert: "Das Wiener Start-up Gnowsis hat ein intelligentes Online Collaboration Tool mit der Cloud-App Dropbox ausgestattet und sich so für den internationalen Markt startklar gemacht." Wie sang schon Georg Kreisler so klug vorausahnend: "Befasse dich einmal mit Gnowsis! / Bald wirst du merken, was los is."

Apps und Tools für USB-Sticks: Der Mini-PC in der Hosentasche

Der Mini-PC in der Hosentasche. Auf einem USB-Stick können Computernutzer ganze Programmsammlungen mitnehmen - vom Browser bis zur Textverarbeitung.

(Foto: dpa-tmn)

ALS VERKAPPTEN Intelligenztest empfindet unser Leser H. die Verwendung von Wörtern, die der "Normalleser nicht im Wörterbuch findet". Anlass seines Zorns ist das Wort "Bohei", das kürzlich im Streiflicht vorkam. Nicht im Wörterbuch? Im Rechtschreibduden von 2006 (24. Auflage) findet sich auf Seite 263 der Eintrag "Bohei vgl. Buhei", und wenn man zur Seite 275 weiterblättert, liest man dort: "Buhei, Bohei, das; -s (landsch. für Aufheben); großes Buhei, Bohei (um etw.) machen." Dem großen Duden zufolge setzt sich Buhei aus den Ausrufen bu(h) und hei zusammen.

ZORNIG ist auch unser Leser K., weil in einer Polizeimeldung die Schittgablers-traße so getrennt wurde wie hier, also falsch. Herr K. vermutet dahinter eine Art Hörigkeit gegenüber der Orthografiereform, die das uralte st-Trennungsverbot aufgehoben hat. Tatsächlich handelt es sich um eine leider häufig unterlaufende Schlamperei, der man mittels einer Zwangstrennung - Schittgablerstraße - leicht beikommen könnte.

DAS ERINNERN ist nach Ansicht unseres Lesers Dr. K. ein per se rückwärtsgewandter Vorgang, weswegen es der verstärkenden Begleitung durch zurück nicht bedürfe. Herr K. bezieht sich auf eine Buchrezension, in der es von einem jungen Afghanen hieß, er erinnere sich "zurück an die seltsamste Geschichte seines Lebens", und da er schon einmal in Fahrt ist, legt er auch gleich den Finger auf das ähnlich redundante Wort zurückerstatten . Schon in Grimms Wörterbuch wird zurückerinnern mit dem Hinweis "kaum noch üblich" versehen. Dass es immerhin Goethe noch verwendete, zeigt sein fein konstruierter Satz aus den "Wahlverwandtschaften", in denen der Graf zu Charlotte sagt: "Wenn ich mir die Jahre zurückerinnere, da Sie und Eduard das schönste Paar bei Hof waren; weder von so glänzenden Zeiten noch von so hervorleuchtenden Gestalten ist jetzt die Rede mehr."

© SZ vom 12./13.05.2012/ib

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