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Vereinigte Arabische Emirate:Der vergoldete Volkspalast

190 Köche

Feinstes Ambiente

(Foto: Foto: Emirates Palace)

Wir folgen dem General durch kilometerlange Gänge. Er betet, während er im Marathonschritt vorauseilt, die Superlative herunter: drei Jahre Bauzeit, Architekt: Wimberly Allison Tong and Goo, eine Million Quadratmeter Parkareal, zwölf Millionen Nägel, 102 Aufzüge, 114 Kuppeln. 1002 Swarovski-Leuchter, zwei Poollandschaften, zwei Spas, zunächst 13, später insgesamt zwanzig Restaurants, 33 Küchen mit 190 Köchen. 302 Luxuszimmer und 92 Suiten.

Die öffentlichen Bereiche sind natürlich kameraüberwacht. Man braucht allein 250 Leute, um die 110.000 Quadratmeter Marmorboden zu schrubben. Und die brauchen Schuhe mit Einlagen, weil der harte Marmorboden auf Dauer in die Knochen geht. Das Hotelteam stammt aus 43 Ländern, darunter acht Kenianer, die den ankommenden Gast durch ihre Körperhöhe von mindestens ein Meter neunzig beeindrucken sollen. Es werden 260 Schneider beschäftigt. Es gibt Badebutler, die den Gästen zwölf verschiedene Bäder von beruhigend bis anregend zubereiten, inklusive verstreute Rosenblütenblätter, Kerzen, Champagner und passende Musik.

Der Gast erhält auf Wunsch jeden Tag seine gewohnte Tageszeitung im lizensierten Originalnachdruck. Dafür gibt es im Hotel eine eigene Druckerei vollgestopft mit modernster Elektronik, die manchen deutschen Zeitungsverlag mit Neid erfüllen würde.

Palmen aus Südafrika

Für die Begrünung der Außenflächen wurden 8000 Dattelpalmen aus Südafrika importiert. Die flache Küste wurde ausgebaggert, damit die Gäste mit ihren Yachten in den neuen Yachthafen einlaufen können. Das legendäre Hotel "Burj al Arab" in Dubai sei dagegen ein buntes Osterei, sagen Optekamps Besucher. Keine Konkurrenz also. Das "Emirates Palace" hat drei Hoteldirektoren, einen allein für den Herrscherflügel mit eigenem Triumphbogen als Einfahrt, der ein bisschen dem Gate of India in Bombay nachempfunden ist.

Es gibt aber auch Zimmer für Normalsterbliche für nur 380 Euro. Das ist der Einführungspreis. Später wird es ein wenig teurer. Das "Emirates Palace" ist ein Volkspalast. Jeder kann hier rein. Könige aus dem Morgenland wird er allerdings nicht zu sehen bekommen. Die bleiben in ihrem Hochsicherheitstrakt oder sie verkleiden sich als Normalbürger wie einst der Kalif von Bagdad.