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Tourismus am Semmering:Stilles Örtchen

Von Halligalli wie noch vor ein paar Wochen kann keine Rede mehr sein, es sind kaum Skifahrer am Semmering unterwegs, es ist eher eine Meditation in Weiß.

(Foto: Imago, AFP (2))

Was waren das für Zeiten, Musil, Schnitzler, Nestroy, die Kaiserfamilie, alle waren sie am Semmering, Wiens Sehnsuchtsort. Jetzt stehen die Hotels leer - und wenn zu viele kommen, gibt's auch Probleme.

Von Cathrin Kahlweit, Semmering

Peter Altenberg, einer der Großmeister unter Österreichs Aphoristikern, hat einmal gesagt: "Jeder Sport macht aus der romantischen Natur eine Zirkusmanege." Und vielleicht schaut der Schriftsteller ja jetzt, während der nicht enden wollenden Corona-Pandemie mit großem Wohlgefallen aus dem Himmel, den er seit 1919 bewohnt, auf die verschneiten Pisten am Semmering, den er besonders liebte. Denn dort kann von Zirkus an einem sonnigen Morgen unter der Woche keine Rede sein: Gerade mal zwei Menschen auf Skiern rasen in Schussfahrt auf die Gondel und die Talstation zu, nur eine Handvoll mit geschulterten Brettern wartend davor. Weiter oben immerhin auf der Bergstation tummeln sich ein paar Familien mit Kindern. Halligalli ist das nicht gerade, eher eine Meditation in Weiß. Keine Musik, keine offenen Hütten.

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