Reiseknigge RusslandBeim Anstoßen bloß nicht "Na Sdarowije" sagen!

Russen wollen nicht ständig fröhlich sein, sind aber stolz auf ihren Humor - und prosten sich anders zu, als die meisten denken. Tipps für eine Reise ohne Fettnäpfchen durch Russland, nicht nur für Fußball-Fans.

Von Paul Katzenberger

Wenn der Fußball-Gott ruft, machen sich Fans sogar in ein Land wie Russland auf, an das sie als Reiseziel ansonsten wohl nicht gedacht hätten. Ein Überblick über ungeschriebene Regeln, Verbote und Fettnäpfchen.

Begrüßung

"Wir geben uns zur Begrüßung die Hand", betonte der ehemalige Innenminister Thomas de Maizière in seinen zehn Thesen zur deutschen Leitkultur. In Russland ist Händeschütteln genauso üblich wie in Deutschland. Allerdings gibt es Unterschiede. Männer sollten Frauen zum Beispiel nicht als erster die Hand geben, sondern es bei Worten und/oder einem Kopfnicken belassen. Außerdem reicht man sich nie über einer Türschwelle die Hand, weil das Unglück bringt.

Untereinander begrüßen sich Frauen mit drei Wangenküssen, und auch unter befreundeten Männern sind Küsse (sogar auf den Mund) und Umarmungen nicht ungewöhnlich. Deutsche Männer müssen da durch, auch wenn es sie vielleicht an die vielfach karikierten Bruderküsse zwischen Leonid Breschnew und Erich Honecker erinnert.

Gut kommt man immer mit "Sdrastwuitje" (Transliteration: "Zdrawstwujtje") an, das wörtlich "Ich wünsche Ihnen Gesundheit" heißt, aber dem deutschen "Guten Tag" entspricht. Freunde grüßen sich untereinander mit "Priwjet".

Bild: Getty Images 19. Juni 2018, 05:262018-06-19 05:26:52 © SZ.de/kaeb/ihe/liv