ReisetippsFahren wir doch zur Hölle

Wer will schon ins Paradies kommen - schließlich ist es woanders viel spannender. Zehn teuflisch schöne Reiseziele.

Von Katja Schnitzler

Der Teufel ist ein unruhiger Geist, auf jeden Fall ist er weit gereist: Wie sonst ist zu erklären, dass so viele Orte seinen Namen tragen? Noch erstaunlicher ist, dass mancher Urlauber meint, doch im Himmel gelandet zu sein: zehn verdammt schöne Orte von Neuseeland bis Österreich.

Devil's Marbles, Australien

Wer sagt, dass der Teufel nur Gefallen am Glücksspiel findet? Von wegen, auch das kindliche Murmelspiel erfreut den Beelzebub. Nur aufräumen möchte er genauso wenig wie Menschenkinder. Also liegen noch immer seine riesigen Felsmurmeln hundert Kilometer südlich von Tennant Creek im Northern Territory herum, und das schon etwas länger: Seit Millionen Jahren schleift die Erosion diese mehr oder weniger runden Kugelwunder aus Granit, die zwischen einem halben und sechs Metern Durchmesser haben. Manche balancieren scheinbar schwerelos auf anderen Felsen.

Für Aborigines haben die Steine große spirituelle Bedeutung, sie nennen die Brocken aber etwas profaner "Karlu Karlu", runde Felsen. Doch in den Geschichten aus der Traumzeit, die nicht alle mit Nicht-Aborigines geteilt werden können, spielen die Murmeln eine große Rolle. Eine Legende besagt, dass der Urahn (manche sprechen auch vom Teufelsmann) "Arrange" durch die Gegend kam. Er flocht sich einen Gürtel aus Haaren. Als er die Strähnen zwirbelte, fielen einige Büschel zu Boden und wurden zu den Steinen, die bei Sonnenuntergang besonders rot erstrahlen.

Bild: Iain Whyte/TheWell via Wiki Commons (CC BY 2.5) 1. Juni 2017, 05:222017-06-01 05:22:10 © SZ.de/ihe/mane