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Neapel:Die Gassen der Camorra

Mafia-Romantik außerhalb des Stadtkerns und die Umgebung locken zu Ausflügen.

Unweit vom Zentrum, in Spaccanapoli, dem Stadtteil der Handwerker und kleinen Händler, tut sich eine andere Welt auf. In den engen, heruntergekommenen Häuserschluchten hängt flatternd die Wäsche. Gemüse- und Obsthändler bieten lautstark ihre Ware an. Hier und da sitzen Männer in Unterhemden an wackeligen Plastiktischen und spielen Karten. Manchmal blickt finster eine Gestalt um die Ecke, und der Besucher fragt sich, ob hier nicht doch die "Camorra", die neapolitanische Mafia, ihr Unwesen treibt.

Bei soviel Hinterhof-Romantik in Spaccanapoli kann es Touristen schon einmal mulmig zu Mute werden.

Vom turbulenten Spaccanapoli ist es nicht weit zur Molo Beverello. Dort starten Fähren durch den tiefblauen Golf und erreichen in wenigen Stunden Capri und Ischia oder die Amalfi-Küste mit den Seebädern Sorrento und Positano. Ein Muss ist ein Tagesausflug nach Pompeji, das vom Hauptbahnhof mit der Linie "Circumvesuviana" in einer halben Stunde zu erreichen ist.

Wer den "Hexenkessel" Neapel und seine Umgebung gesehen hat, wird Goethe verstehen. Der schrieb, "dass kein Neapolitaner von seiner Stadt weichen will, und wenn auch noch ein paar Vesuve in der Nachbarschaft stünden."

© Süddeutsche.de
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