Die Warteschlange am Gepäckschalter muss lang gewesen sein. Sehr lang. Wahrscheinlich standen die Passagiere in einer schier endlosen Reihe quer durch die Abflughalle, durch den Eingangsbereich, zur Tür hinaus und bis zum Taxistand. Vielleicht auch noch zwei Mal um das Flughafengebäude herum. Wie sonst ist es zu erklären, dass ein Passagier sechs Stunden lang gewartet haben will, um seinen Koffer aufzugeben?

Er sei schon um acht Uhr morgens am Flughafen erschienen, versicherte der Kläger. Sein Flugzeug hob auch planmäßig um 11.15 Uhr ab - allerdings ohne den Passagier: Er sei noch bis 14 Uhr in der Warteschlange gestanden und habe dann erst sein Gepäck aufgeben können. Für einen Flug, der längst über alle Berge war. Da sich das Warten nicht gelohnt hatte, klagte der Fluggast auf Ausgleichszahlung. Er scheiterte damit vor dem Amtsgericht, dem Landgericht und auch vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe (Az.: XZR 83/12): Wenn der Passagier bei einem planmäßigen Start nicht rechtzeitig am Flugsteig erscheint, hat er leider Pech gehabt. Egal wie lange er anstehen musste.

Im nächsten Fall kritisierte eine Reisende: Nicht der hohe Seegang, sondern das Essen sei ihr auf einer Kreuzfahrt schlecht bekommen.

SZ.de/kaeb/dpa mit ReiseRecht aktuell

Bild: Patrick T. Fallon/Bloomberg 7. April 2014, 16:442014-04-07 16:44:09 © Süddeutsche.de/kaeb, dd, jobr