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Kandidaten für das Unesco-Welterbe:Ist das schon Welterbe?

Die Unesco entscheidet, was künftig zum Welterbe zählt. Während Deutschland sich über neue Stätten freuen kann, hat Wien nun ein Problem.

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Quelle: AP

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Das Unesco-Welterbekomitee tagt bis zum 12. Juli im polnischen Krakau und entscheidet auch darüber, welche der 35 Kandidaten künftig den Titel "Welterbe" tragen. Mit der Einschreibung in die Welterbeliste verpflichten sich Staaten, die Orte zu schützen und für künftige Generationen zu bewahren.

In dieser Galerie stellen wir die deutschen sowie einige weltweite Kandidaten vor, von Tausende Jahre alten Bäumen bis zu den Resten längst vergangener Königreiche (einige davon haben es während der ersten Konferenztage mittlerweile geschafft). Umgekehrt kommen auch Stätten, die den Welterbe-Titel bereits tragen, als gefährdet auf die Rote Liste. Bei der Altstadt von Wien steht dies seit Donnerstag fest.

Bauhausstätten in Weimar, Dessau und Bernau

Aufmerksame Leser werden nun einwenden wollen: Aber das Bauhaus mit seinen Stätten in Weimar und Dessau gehört schon zum Unesco-Welterbe - und zwar bereits seit 1996! Doch nun wurde diese Welterbestätte erweitert: um die Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bernau bei Berlin (im Bild) und die fünf Laubenganghäuser in Dessau, die im Jahr 1930 errichtet wurden.

Vor 21 Jahren würdigte das Welterbekomitee die herausragende Bedeutung der Bauhaus-Schule, die zwischen 1919 und 1933 revolutionäre Ideen der Baugestaltung sowie der Stadtplanung durchsetzte und so die Architektur des 20. Jahrhunderts prägte. Bereits zum Welterbe gehören unter anderem das Haus am Horn in Weimar und die Meisterhäuser in Dessau.

Unesco-Bewerbung: Naumburger Dom

Quelle: picture alliance / dpa

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Naumburger Dom und die hochmittelalterliche Kulturlandschaft an Saale und Unstrut

So schnell gibt man in Naumburg nicht auf: Dies war bereits die zweite Bewerbung um den Titel, vor zwei Jahren hatte es eine Abfuhr gegeben. Doch auch dieses Mal war vorhersehbar, dass der Dom kein Welterbe wird - denn Experten rieten dem Komitee ab. Trotzdem hatten die Naumburger noch nicht alle Hoffnung fahren lassen: Das Unesco-Komitee fälle seine Entscheidung zwar auf Grundlage des Expertenrats, sei aber nicht daran gebunden, betonte Unesco-Sprecherin Katja Römer vor der Abstimmung. Und tatsächlich: Die Unesco entschied zwar, dass die Kulturlandschaft eines Welterbetitels nicht würdig sei - aber die Kathedrale an sich schon. Wenn also die Naumburger binnen drei Jahren einen erneuten, auf den Dom zurechtgeschnittenen Antrag einreichten, könnte im Schnellverfahren darüber abgestimmt werden.

Die Kathedrale ist vor allem für die zwölf lebensnah geschaffenen Stifterfiguren bekannt. Der Dom im Burgenlandkreis, den jährlich Tausende Touristen besuchen, gehört zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern aus der Zeit des europäischen Hochmittelalters.

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Quelle: Thilo Parg via Wiki Commons (CC BY-SA 3.0)

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Höhlen der ältesten Eiszeitkunst in Baden-Württemberg

Seit wann sind Menschen künstlerisch tätig, erschaffen Figuren und machen Musik? Die Antwort darauf lautet ziemlich genau: seit mindestens 40 000 Jahren. Damals wurde die "Venus vom Hohle Fels" erschaffen, sie ist damit die älteste bekannte Menschenfigur der Welt. Gefunden wurde die Venus in Höhlen auf der Schwäbischen Alb, und nicht nur sie: Bislang entdeckte man über 50 figürliche Kunstobjekte aus Elfenbein oder Knochen, darunter der sogenannte "Löwenmensch aus dem Hohlenstein Stadel" und eine Mammutfigur aus dem Vogelherd. Auch die ältesten direkten Nachweise für Musik holten Archäologen aus dem Dunklen - acht Flöten konnten sie bislang bergen.

Wegen dieser einzigartigen Funde wurden die sechs Höhlen bei Blaubeuren nun in die Welterbeliste aufgenommen.

Eine Reportage aus den archäologischen Stätten lesen Sie hier.

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Quelle: David Stanley via Wiki Commons (CC BY 2.0)

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Das historische Asmara und seine modernistische Architektur, Eritrea

Die modernen Häuser von Miami Beach, Tel Aviv und ... Asmara? Diese Reihung war selbst Experten lange unbekannt. Dabei könnte die Hauptstadt von Eritrea sogar die größte Zahl modernistischer Häuser überhaupt beherbergen. Zu verdanken hat sie dieses Erbe aus den 1930er Jahren ausgerechnet den italienischen Besatzern. Diktator Mussolini wollte Asmara zu einem neuen Rom des "Africa Orientale Italiana" machen, aus dem Provinznest wurde in wenigen Jahren eine Metropole. Ein bekannter Bau aus dieser Zeit ist die Fiat-Tagliero-Tankstelle von Giuseppe Pettazzi: Mit 30 Meter langen Betonschwingen wirkt sie eher wie ein in Westafrika gelandetes Flugzeug.

Nach der Unabhängigkeit 1991 zeigten einige Bausünden den Einwohnern und Politikern von Asmara deutlich, dass sie das Architekturerbe ihrer Stadt schützen müssen - dazu soll auch der Unesco-Titel beitragen. Es ist das erste Mal, dass Eritrea eine Stätte für das Welterbe vorschlägt - seit 9. Juli von Erfolg gekrönt: Asmara gehört als "außergewöhnliches Zeugnis des Städtebaus zu Beginn des 20. Jahrhunderts" tatsächlich ab sofort zum Unesco-Welterbe.

Auch für das nächste Kandidatenland ist es eine Premiere.

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Quelle: Madjey Fernandes via Wiki Commons (CC BY-SA 3.0)

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Ruinen von M'banza Kongo, Überreste des früheren Königreichs Kongo, Angola

Das Königreich Kongo war ein Bantureich in Zentralafrika, eines der bedeutendsten zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert - es ist auch Namensgeber der modernen Staaten Republik Kongo und der Demokratischen Republik Kongo. Das schützenswerte M'banza Kongo galt als bedeutendes Zentrum für Politik und Verwaltung - schließlich war es die Hauptstadt des ursprünglichen Königreichs. Hier trafen die Portugiesen 1490 erstmals auf den Herrscher, hier finden sich heute noch Königsgräber und Überreste von Kirchen.

Auch für diese Stätte hat es nun geklappt. M'banza Kongo veranschauliche wie sonst nirgendwo im Afrika südlich der Sahara die tiefgreifenden Veränderungen nach der Einführung des Christentums und der Ankunft der Portugiesen im 17. Jahrhundert, heißt es in der Begründung der Experten.

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Quelle: littletroll via Wiki Commons (CC BY-SA 3.0)

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Nationalpark Los Alerces, Argentinien

Die Lärchenwälder, los Alerces, gaben dem Gebiet seinen Namen - und sie sind es auch, die hier in den südpatagonischen Anden besonders geschützt werden sollen. Sie prägen die Landschaft seit Hunderten, manchmal sogar Tausenden Jahren. Einige der endemischen Bäume wachsen bis zu einem Durchmesser von fünf Metern und 50 Meter Höhe heran - und sind mehr als 3600 Jahre alt. Das heißt, sie waren noch kleine Bäumchen, als hier die ersten Siedler ankamen. Ihre Spuren machen den Nationalpark auch archäologisch bedeutsam.

Nun wurde Los Alerces in die Welterbe-Liste aufgenommen.

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Quelle: Florian Nessler; Florian Nessler via Wiki Commons (CC BY 4.0)

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Daurien in der Mongolei

Der Name dieser Gebirgslandschaft leitet sich vom Volk der Daur ab, das früher im Übergang zwischen Steppe und Waldgebieten im Norden lebte. Vögel wie diese Jungfernkraniche finden hier ihren Lebensraum, aber auch die Mongoleigazelle.

Auch diese Landschaften in der Mongolei und in Russland haben die Kriterien der Unesco erfüllt und dürfen sich zum Welterbe der Menschheit zählen.

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Quelle: pixabay.com (CC0 1.0)

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Lake District, Großbritannien

Der Anblick ist durchaus romantisch und inspirierte Autoren und andere Kreative zu ihren Werken: Gletscher schufen einst die hügelige Landschaft mit langen Tälern, durch deren tiefsten Grund sich ebenso schmale Seen ziehen (im Bild vom Walla Crag aus fotografiert). Abgerundet wird dies von Steinwällen, die traditionelle Schafsweiden begrenzen, von kleinen Dörfern, Mooren, Bächen und Wäldchen. Diese pittoreske Mischung ist nun auch Unesco-geschützt.

Herrscht nun also große Freude bei den Briten? Nein, nicht jeder ist in Jubelstimmung, wie Autor George Monbiot im Guardian schon vor der Entscheidung schreibt: "Die ganze Bewerbung basiert auf dem Märchen, dass sich die Landwirtschaft im Lake District seit 200 Jahren nicht verändert habe." Doch moderne Maschinen entsprächen nicht mehr dem romantisierten Bild, auch die traditionelle Schafzucht sei in Wirklichkeit schädlich für die Landschaft, da nachwachsende Bäume niedergefressen würden. "Diese Hügel, deren Kleider so viele angeblich bewundern, sind in Wahrheit nackt!", schimpft Monbiot. Ein Unesco-Titel zementiere, dass "diese ökologische Katastrophenzone, die wir Lake District Nationalpark nennen, sich niemals von ihrer Schafverwüstung erholen kann."

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Quelle: imago/Indiapicture

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Altstadt von Ahmadabad, Indien

Die geschäftige Industriestadt wird auch "Manchester von Indien" genannt, vor allem Textilfirmen siedeln sich hier an. Doch im historischen Zentrum von Ahmadabad, der Festung, sind mittelalterliche Moscheen und Grabmäler erhalten - wenn auch moderne Gebäude viel von der Wirkung nehmen. Dennoch stehen besonders die Holzhäuser mit geschnitzten Fassaden für eine alte, städtebauliche Tradition - und jetzt auch für ein erhaltenswertes Erbe der Menscheit.

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Quelle: John Menard via Wiki Commons (CC BY 2.0)

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Das Komitee beriet aber auch darüber, ob es Stätten auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes setzen muss.

Zu dem Welterbe, das akut in Gefahr ist, zählen unter anderem alle sechs Stätten in Syrien wie etwa Aleppo, Damaskus und die Wüstenstadt Palmyra. Krieg und Terror hätten dort zu Schäden unvorstellbaren Ausmaßes geführt, wie Experten beklagen. "Die Liste gefährdeten Welterbes ist keine Strafe und die Unesco kein Tribunal", sagte der Vorsitzende der Krakauer Unesco-Sitzung, Jacek Purchla. Sie diene vielmehr dazu, Solidarität mit Orten zu zeigen, die aus unterschiedlichen Gründen bedroht seien. Die Rote Liste gebe der Unesco die Möglichkeit, Fachleute an gefährdete Orte zu schicken oder sie bei Schutzmaßnahmen zu unterstützen.

Historisches Zentrum von Wien, Österreich

Seit Donnerstag auf der Roten Liste steht die malerische Altstadt Wiens. Denn wie würde das denn aussehen, wenn ein neues Hochhaus das Bild verändert? Käme dann etwa die Karlskirche noch so schön zur Geltung? Die Unesco ist in Sorge wegen des umstrittenen "Heumarkt-Projekts" mit dem besonders großen Stein des Anstoßes: einem 66-Meter-Luxuswohnturm. Dies bedrohe den außergewöhnlichen universellen Wert der Stätte. Die Änderung der ursprünglichen Höhe des Wohnturmes von 75 Metern Höhe auf 66,3 Meter sei unzureichend, befand die Unesco. Erlaubt wären laut Standard nur etwa 44 Meter. Auch das Hotel Intercontinental soll abgerissen und neu errichtet werden - ebenfalls höher. Das Wiener Zentrum ist erst seit 2001 Teil des Welterbes.

Die Stadt Wien hat in einer ersten Reaktion Bedauern und Unverständnis für den Schritt geäußert. Sie will nun wichtige Unterlagen nachreichen, da die Unesco auf Grundlage falscher Informationen entschieden habe.

A general view of the West Bank city of Hebron

Quelle: REUTERS

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Die bisher wohl kontroverseste Entscheidung der diesjährigen Versammlung:

Altstadt von Hebron, Westjordanland

Die Unesco hat die Altstadt von Hebron am Freitag zum Weltkulturerbe erklärt und zugleich auf die Rote Liste gefährdeter Stätten gesetzt. Die Welterbe-Experten gaben damit einem umstrittenen "Notfallantrag" der Palästinenser statt. Israelische Vertreter reagierten empört. "Die jüdische Verbindung zu Hebron geht Tausende Jahre zurück", sagte der Erziehungsminister Naftali Bennett. "Hebron (...) und die Patriarchengräber (...) sind die ältesten Kulturerbestätten unseres Volkes." Die Patriarchengräber sind nicht nur für Muslime und Juden, sondern auch für Christen heilig.

Hebron ist seit 1998 zweigeteilt: Einen Teil kontrolliert die Palästinensische Autonomiebehörde, einen Israel. Die israelische Regierung und die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley hatten versucht, den besonderen Status für die Stadt zu verhinden. Sie sprachen von einer palästinensischen "Kampagne". Die Palästinenser hatten hingegen argumentiert, der Zustand der Altstadt sei wegen der israelischen Besatzung in Gefahr. Auf der Unesco-Website werden die Altstadt und die Patriarchengräber Palästina zugeordnet.

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Quelle: AFP

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Inseln und Schutzgebiete des Golfes von Kalifornien, Mexiko

Nicht nur das Leben auf den 244 Inseln und in den Küstenregionen, sondern vor allem auch zwischen den Inseln soll durch den Welterbe-Titel geschützt werden - doch besonders wegen illegalen Fischfangs ist das Meeresleben in Gefahr. Der Kalifornische Schweinswal, auch Golftümmler oder Vaquita genannt, trug 2005 dazu bei, dass der Golf von Kalifornien überhaupt zum Welterbe wurde - nun ist er kurz vor dem Aussterben. Mexiko müsste sich weitaus mehr anstrengen, das Meeresgebiet zu bewahren - und die Regierung wurde tatsächlich aktiv, um der Platzierung auf der Roten Liste zuvorzukommen: Nun sind Treibnetze in einem Großteil des Gebiets verboten. Daher hat die Unesco ihre Entscheidung, ob sie den Golf von Kalifornien auf die Rote Liste setzt, um ein Jahr aufgeschoben.

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Quelle: Picasa 2.7; ilkerender via Wiki Commons (CC BY 2.0)

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Kathmandutal, Nepal

Das schwere Erdbeben im April 2015 im Himalaya zerstörte auch im Kathmandu-Tal zahlreiche Pagoden und Stupas, die eigentlich wieder nach historischem Vorbild aufgebaut oder restauriert werden sollten. Aber damit geht in dem armen Land kaum etwas voran - und wenn doch, sind offenbar nicht immer Fachleute am Werk, wie der Unesco-Kommission berichtet wurde. Das Kathmandutal stand bereits zwischen 2003 und 2007 auf der Roten Liste - vor allem weil dem Staat das Geld fehlt, um das Schützenswerte im Tal zu erhalten. Die Unesco hofft, dass mit dem Warnstempel "Gefährdetes Welterbe" mehr Geld aus dem Ausland bereitgestellt wird.

Lahore Fort

Quelle: picture alliance / dpa

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Festung und Shalimar-Gärten in Lahore, Pakistan

Die Shalimar-Gärten mit Terrassen aus Marmor, mit Fontänen, Teichen und duftenden Blumen sollten die Menschen erfreuen, vor allem die Liebenden. Daher stehen sie und auch das eindrucksvolle Fort (im Bild) seit 1981 unter dem Schutz der Unesco. Trotzdem wurden zwei der drei Zisternen, die die Gärten bewässern, Jahre später beim Bau einer Straße zerstört. Weil auch sonst wenig Geld da ist und dafür verwendet wurde, die architektonischen Schätze zu bewahren, standen Fort und Gärten bereits vom Jahr 2000 an zwölf Jahre lang auf der Roten Liste - nun könnte es wieder so weit sein. Eine Schnellbahnlinie, die Orange Line Metro, soll den Verkehr in Lahore entlasten - würde aber zulasten der Welterbestätten gehen, an der die Strecke vorbeiführt. Nicht nur die Optik leidet, Vibrationen könnten die Anlage schädigen. Die Entscheidung hat die Unesco noch aufgeschoben, bis ihr mehr Informationen vorliegen.

River at sunset Emas National Park Brazil PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY

Quelle: imago/Mint Images

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Cerrado-Schutzgebiete Chapada dos Veadeiros und Emas Nationalparks, Brasilien

Das Savannengebiet Brasiliens ist äußerst reich an Pflanzen- und Tierarten, die zum Teil nur dort vorkommen - und äußerst schlecht vor zerstörerischem Einfluss geschützt sind. Dazu gehören Landwirtschaft, der Anbau von Soja und Eukalyptus sowie der Abbau von wertvollen Mineralien. Daher soll die Schutzzone des Chapada dos Veadeiros Nationalparks eigentlich ausgeweitet werden - doch die Regierung, die in Brasilia mitten im riesigen Savannengebiet Cerrado residiert, lässt sich damit zu viel Zeit. Kurz bevor die Schutzgebiete deshalb auf der Roten Liste landeten, erweiterte Brasilien sie doch von 65.000 auf 240.000 Hektar.

Im Bild: Sonnenuntergang im Emas Nationalpark

Nationalpark Simien

Quelle: dpa

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Es gibt aber auch gute Nachrichten: Bereits entschieden wurde, dass der Nationalparks Comoé in der Elfenbeinküste von der Roten Liste genommen wird. Neue Schutzmaßnahmen seien erfolgreich, so dass Tierarten wie Elefanten und Schimpansen, die in dem Gebiet als beinahe verschwunden galten, sich nun wieder fortpflanzten. Der Comoé Nationalpark gehört laut Unesco zu den größten geschützten Gebieten Westafrikas und zeichnet sich insbesondere durch seine Pflanzenvielfalt aus. 1983 erhielt der Park den Unesco-Titel. Wegen Wilderei und Überweidung durch große Herden nahm ihn das Welterbe-Komitee 2003 in die Liste gefährdeter Stätten auf.

Auch der Nationalpark Simien in Äthiopien (im Bild) zählt nicht mehr zu den gefährdeten Welterbestätten, unter anderem wegen Maßnahmen für nachhaltigen Tourismus und des Baus einer Umgehungsstraße, die den Park entlastet.

Das australische Great Barrier Reef wurde auch 2017 nicht als gefährdet eingestuft - bereits 2015 war das einzigartige Naturgebiet schon einmal knapp daran vorbeigeschlittert. Zwar sei das Welterbekomitee "sehr besorgt" über das Phänomen, erklärte eine Sprecherin. Doch sehe es noch nicht die Notwendigkeit, dass Riff deshalb auf die Rote Liste zu setzen.

© SZ.de/kaeb mit Material von AFP/dpa/edi/dd/ihe
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