Harry's Bar in Paris wird 100:Endlich richtige Cocktails

Eröffnet wurde Harry's Bar in Paris, um der französischen Hauptstadt glasweise amerikanische Getränkekultur einzuflößen und neue Drinks zu erfinden wie den Bloody Mary. Das gefiel auch Prominenten wie Hemingway, Bogart und Eastwood.

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Weißgekleidete Barkeeper servieren "Bloody Mary", gesprochen wird viel Englisch und an den Wänden hängen die Wappen von US-Universitäten: Harry's Bar ist mitten in Paris eine Einrichtung, die neben den Bistros und Brasserien ringsherum wie aus einer anderen Welt erscheint. Und doch ist die Adresse in der kleinen Seitenstraße Rue Daunou, die am Donnerstag ihren 100. Geburtstag feiert, nicht nur bei Touristen aus den USA Kult.

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"Das hier ist kein Szenelokal", sagt die Besitzerin Isabelle MacElhone. "Aber dadurch kommt es auch nie aus der Mode." Der Großvater ihres verstorbenen Mannes Duncan war der legendäre Harry, nach dem die Bar benannt ist. Gegründet hatte das Lokal allerdings der frühere US-Jockey Tod Sloane 1911 mit der Begründung, es gebe sonst in der französischen Hauptstadt keine richtigen Cocktails.

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Um ein möglichst originales New Yorker Ambiente zu schaffen, ließ Sloane extra die Inneneinrichtung einer Bar in Manhattan mit dem Schiff über den Atlantik nach Paris bringen. Die heutige Mahagoni-Ausstattung stammt noch aus der Gründerzeit und überzeugt auch eingefleischte New Yorker: "Ich habe zwölf Jahre in New York gelebt, und so etwas Ähnliches wie hier gibt es auch rund um die Penn Station", sagt der 40-jährige Stammgast Michael Formosa.

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Sloane verkaufte den Laden 1923 an seinen schottischen Barkeeper Harry. Der neue Besitzer fügte der ursprünglichen "New York Bar" seinen Namen hinzu und seither reicht es, in Paris von "Harry's" zu sprechen. Der Werbeslogan des Lokals lautet: "Sag dem Taxifahrer nur Sank Roo Doe Noo" - die englische Aussprachehilfe der Adresse 5, Rue Daunou.

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In den 20er Jahren erlebte der Treffpunkt dann seine Blütezeit, als Autoren wie F. Scott Fitzgerald und Ernest Hemingway Stammgäste waren. Später kamen prominente Besucher wie Humphrey Bogart und Clint Eastwood hinzu. Und sogar James Bond machte Werbung für Harry's Bar, die er in einem Film als besten Ort in Paris nannte, um einen "ordentlichen Drink" zu bekommen. Doch die Bar schenkte nicht nur aus, sondern entwickelte auch neue Cocktails wie den berühmten "Bloody Mary", der 1921 dort entstand. 

Vor allem die historische Umgebung ist es, welche die Besucher immer wieder an den Tresen zieht. "Man kann hier die Geschichte förmlich fühlen", sagt die US-Geschäftsfrau Anna Whitworth. "Es ist die Tatsache, dass hier alles gleich bleibt, während sich rings herum alles so schnell ändert."

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Eine besondere Rolle spielt die Bar bei jeder Präsidentenwahl in den USA, denn in der Rue Daunou wird in einer sogenannten "Strohwahl" unter den US-Gästen die Abstimmung nachgestellt. Das Ergebnis stimmte seit 1924 bis auf zwei Ausnahmen immer mit dem wirklichen Resultat in den USA überein.

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Neben den englischsprachigen Besuchern hat das Lokal, das in Deutschland vier offizielle Ableger hat, inzwischen auch französische Stammgäste: "In den vergangenen Jahren haben sich auch die Pariser Harry's Bar zu eigen gemacht", sagt der Manager Alain da Silva. "Das sind Leute, die ein wenig gereist sind und sich sehr freuen, ein kleines Stück Amerika in Paris zu finden". Unter den 300 Gästen, die zur offiziellen Geburtstagsfeier am Donnerstag eingeladen sind, sind deshalb auch viele Franzosen. Auf Wein dürfen die einheimischen Feiernden allerdings nicht hoffen, denn der wird bei Harry's abends nicht ausgeschenkt.

© Michael Mainville, AFP/dd
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