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Griechenland:Champagner in Strömen

Am Abend zeigen die beiden Strände ihr zweites Gesicht: Bier, Champagner und Wodka fließen in Strömen, bis zum frühen Morgen wummern aus den Boxen die Bässe. Partyhungrige aus aller Welt tanzen sich unter freiem Himmel in Trance.

Gefeiert wird auch in den Clubs und Diskotheken in Mykonos Stadt. Ab 1.00 Uhr füllen sich die Tanzflächen, und man wandert von einer Bar zur nächsten. Erst wenn die Sonne wieder aufgeht, wird die Party unterbrochen. Am nächsten Abend beginnt das Ritual von neuem.

Elizabeth Taylors heimliche Liebschaft

Doch Mykonos lockt auch zahlreiche Künstler an, wie Monika Derpapas. Zusammen mit ihrem Partner betreibt sie eine Galerie. Die Künstlerin kam schon 1968 aus Dresden auf die Insel. "Damals war Mykonos noch ein unberührtes Paradies", erinnert sie sich. "Es kamen nur wenige Leute, und diejenigen, die die beschwerliche Anreise mit alten Fähren auf sich nahmen und bei Seegang ausbooten ließen, schätzten gerade das einfache Leben auf der Insel."

Im Schlepptau von Aristoteles Onassis, der in den 50er Jahren die Insel für sich entdeckte, fuhren auch viele reiche Athener mit ihren Jachten nach Mykonos. Sie genossen das einfache Leben als Kontrast zu ihrem Alltag. Hier konnten sie unbeschwert in den Tavernen am Hafen sitzen und mit den Fischern Sirtaki tanzen.

Elizabeth Taylor pflegte eine heimliche Liaison mit einem Tavernenbesitzer und schwärmte von dem unwiderstehlichen Zauber, der von den verwinkelten Gassen der Chora ausgeht.

Doch der Glamour war nicht von Dauer. In den 80ern und 90ern blieb die Society der Insel fern - dafür kamen mit besseren Fährverbindungen und Charterflugzeugen Rucksacktouristen und besetzten die Strände.Erst als Ende der 90er Jahre vermehrt homosexuelle Urlauber nach Mykonos strömten, eröffneten schicke Design- und Boutiquehotels, Privatvillen entstanden, avantgardistisch gestaltete Clubs und Lounges und jede Menge Designerläden.

"Sie müssen einfach die Sommermonate Juli und August mit ihrem Trubel meiden und in der Vor- oder Nachsaison kommen", rät Monika Derpapas. "Dann ist es fast wieder so wie einst, und die Preise sind auch deutlich niedriger."

Rund 200 Strände reihen sich rund um die 88 hügeligen Quadratkilometer von Mykonos. Für Urlauber, die Ruhe suchen, empfiehlt Derpapas den Strand von Agios Ioannis. Mehrere Tavernen bieten preiswerte und landestypische Kost, und am Abend sieht man die Sonne hinter Delos untergehen.

In der griechischen Mythologie hat Mykonos einen festen Platz. Der Legende nach wurde hier Apollon geboren, der griechische Gott der Künste. Heute zeugen zahlreiche Überreste von Tempeln, Theatern und anderen Gebäuden vom antiken Götterkult. Trotz aller Künstler - Dionysos würde heute als Patron besser passen.

Informationen: Griechische Fremdenverkehrszentrale, Neue Mainzer Str. 22, 60311 Frankfurt (Tel.: 069/2578270, www.gnto.gr).