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Frühlingstour durch Sizilien:Antike im wilden Westen

Der Frühling ist mit die beste Zeit, um den Westen von Sizilien zu entdecken: Traumstrände, quirliges Altstadtleben und antike Stätten inmitten blühender Wiesen. Andiamo!

Armenhaus Italiens und Mafia-Hochburg - wer Sizilien nicht kennt, drückt der größten aller Mittelmeerinsel schnell diesen Stempel auf. Wer schon einmal dort war, hat meist den beeindruckenden Vulkanberg Ätna gesehen, ist auf den Uferpromenaden der einstigen griechischen Metropole Syrakus flaniert, hat das antike Theater von Taormina oder das spätbarocke Noto besucht.

Doch wer den Süden und Osten rechts liegen lässt und eine Reise in den Westen der Insel wagt, findet dort den ganzen Zauber von Kargheit und Antike, wie ihn schon Giuseppe Tomasi di Lampedusa in seinem Sizilien-Epos "Der Leopard" beschrieb.

Das Einfallstor nach Sizilien ist Palermo, die wuselige Metropole zwischen zwei Bergen, dem Pellegrino und dem Catalfano. Die mit sozialen Problemen überladene Großstadt präsentiert sich als Monument der Widersprüchlichkeiten: Gleich neben Juwelen normannischer Architektur und der breiten, tiefblauen Bucht tobt das Alltags-Chaos.

Abkürzung durchs Hinterland

Für die Reise gen Westen empfiehlt es sich, zunächst nicht direkt an der Küste entlangzufahren, sondern den Nordzipfel auszusparen und die Abkürzung durchs Hinterland zu nehmen. Die schnurgerade Straße führt zu der über dem Golf thronenden Kathedrale von Monreale, einem wahren Meisterwerk normannischer Baumeisterkunst. Von dort aus geht es weiter zum nächsten Golf im Nordwesten.

An der Küste liegt dort das elegante Castellammare del Golfo. Mit seinen vielbesuchten Stränden scheint es jedes Klischee mediterraner Schönheit bedienen zu wollen. Dabei wartet nicht weit entfernt auf einer Landspitze die eigentliche Entdeckung - San Vito lo Capo: Weißer Strand mit smaragdgrünem Wasser, gemütliche Hotels und gute Restaurants in einem überschaubaren Ort. San Vito lo Capo ist ein idealer Stützpunkt für Tagesausflüge.

Ein reiner Strandurlaub auf der Insel wäre allerdings zu schade. Denn Sizilien glänzt mit einer Fülle alter Trutzburgen und barocker Pracht. Sie sind Zeugen bewegter Geschichte.

Auf der Fahrt von San Vito lo Capo in die Hafenstadt Trapani lohnt ein Abstecher ins 750 Meter hoch gelegene mittelalterliche Nest Erice. Steile Gassen führen zu Kastellen und Tempel. Als Stärkung bietet sich Pasta delle Mandorle an, das typisch sizilianische Marzipangebäck, das natürlich auch in Erice verkauft wird.