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England:Wissen sammeln

Londons Museen sind urlaubsfüllend.

Von Monika Maier-Albang

Der Ort: Hauptstadt des Vereinigten Königreichs; will mit Muße mit Doppeldeckerbus und Tube erkundet werden.

Warum gerade jetzt? London ist immer eine Reise wert. Das wissen nur zu viele Menschen, weshalb sich im Sommer praktisch immer eine Schlange um das Natural History Museum ringelt und sich vor dem Britischen Museum die Massen über den Vorplatz zur Taschenkontrolle stauen. Deshalb: der Herbst. Einigermaßen bezahlbar ist es momentan zudem - das Pfund ist vorbrexithaft schwach.

Was bringt's? Diese Stadt macht klug. Wer wissen möchte, warum der weiße Elefant im Englischen ein Synonym für unnützen Besitz ist, wie die Holländer das erste multinationale Unternehmen aufbauten oder woher sich das "Mandat des Himmels" für den Herrscher ableitet, findet die zugehörigen Exponate im Britischen Museum. Dazu die wunderbare Erklärung (vor- oder nachbereitend, zum Mitnehmen ist das Buch zu schwer) in Neil MacGregors "Eine Geschichte der Welt in hundert Objekten". Hat für uns Heutige ja doch Vorteile, dass die Briten über Jahrhunderte überall auf der Welt zusammengeklaut haben, was ihnen wertvoll erschien. Dass in London der Eintritt in viele Museen kostenlos ist, hat den schönen Nebeneffekt, dass man zeitweilig raus- und in eines der zahlreichen tollen Cafés oder ins Mittagskonzert nach St. Martin-in-the-Fields gehen kann. Wer das Gold der Skythen in Deutschland verpasst hat, kann es jetzt in London sehen. Oder in der British Library Schriften zur "Geschichte der Magie". Bis Ende Februar zumindest.

© SZ vom 02.11.2017
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