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Die schlimmsten Flughäfen zum Übernachten:Schlaflos im Terminal

Ryanair-Passagiere besetzen ein Flugzeug, weil der Pilot nachts zum falschen Airport fliegt - dabei steht dieser Flughafen gar nicht auf der Liste der schlimmsten Airports.

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Erst startete der Flieger des Billiganbieters Ryanair drei Stunden zu spät, dann landete er am falschen Airport. Da hatten die Fluggäste genug. Sie weigerten sich, die Maschine im belgischen Lüttich zu verlassen und per Bus nach Beauvais im Norden Paris weiterzureisen. Dabei hätte es noch schlimmer kommen können - Airports, auf denen man nachts besser nicht stranden sollte.

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Wie komfortabel und sauber ist der Flughafen, wie freundlich sein Personal, was wird überhaupt gegen die Langeweile auf Reisen geboten - aus diesen und weiteren Kriterien und den Kommentaren von Reisenden ermitteln die Betreiber der Website sleepinginairports.net  jedes Jahr eine Rangliste der besten und schlechtesten Flughäfen zum Übernachten - hier die Top Ten der schlimmsten Airports.

Auf Platz 10: der John F. Kennedy Airport in New York. Gestrandete Urlauber beklagen auf der Website die hektische Atmosphäre, die nervtötenden Sicherheitsansagen, das unfreundliche Wachpersonal und das geringe Sitzplatzangebot für einen Flugplatz dieser Größe. Ausgestreckt ruhen kann man hier nur auf dem Boden, denn alle Sitze haben Armlehnen. Glücklich, wer sich die Nacht mit einem Laptop verkürzen kann: JFK bietet im Flughafenbereich freien Internetzugang an.

Es geht auch anders: die zehn schönsten Flughäfen zum Übernachten.

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Platz 9: London-Luton

Der kleine Flughafen nordwestlich von London bedient mit Billiganbietern und Charterfliegern vor allem europäische Flugziele, ist aber kein klassischer Transitairport. Nur wenige deutsche Passagiere dürften in die Verlegenheit kommen, hier einen längeren Aufenthalt einzulegen - man möchte es ihnen auch nicht wünschen. Der Standard der sanitären Einrichtungen lässt zu wünschen übrig, das Sitzplatzangebot ist gering, die meisten Leuten schlafen in zugigen Gängen auf dem nackten Fliesenboden - falls sie überhaupt Schlaf finden: Scheinbar in einer Endlosschleife plärren Ansagen aus den Lautsprechern.

PLANE PASSENGER

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Platz 8: Mumbai

Nach der Modernisierung des Terminals hat sich für Passagiere mit einem längeren Aufenthalt auf dem Chhatrapati Shivaji International Airport in Mumbai Einiges verbessert. Trotzdem: Komfort sieht anders aus. Es gibt nur sehr wenige Sitzgelegenheiten, dafür alle mit Armlehnen. Zwar lässt einen das Sicherheitspersonal hier weitgehend in Ruhe - von den aggressiven Moskitos kann man das nicht behaupten. Leidgeprüfte User raten, das Gepäck keine Sekunde aus den Augen zu lassen: Entweder wird es gestohlen oder ein illegaler Gepäckträger stellt es fünf Meter weiter ab, um dann für den Transport eine horrende Summe zu verlangen.

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Selbst wenn Chicago nur als Zwischenstation geplant war, lassen plötzlich auftretende Wetterturbulenzen Passagiere häufig auf dem O'Hare-Airport für viele Stunden stranden. Nicht dass der Flughafen darauf eingerichtet wäre: Die Armlehnen der Sitze in den Wartebereichen machen ein Ausstrecken unmöglich, es gibt so gut wie keine Unterhaltungsangebote oder Möglichkeiten, leere Akkus aufzuladen, die Ausschilderung für den Wechsel von Terminal zu Terminal ist spärlich. Auch mit der Heizung geht man sparsam um auf O'Hare: Viele Passagiere berichten von durchfrorenen Nächten. Gelegentlich spendiert die USO (United Service Organisation) gestrandeten Reisenden Feldbetten mit Kissen und Decken. Die zu finden, scheint allerdings Glücksache zu sein, Durchsagen gibt es für diesen Service keine - Platz 7 im Ranking.

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Es hat sich Einiges getan auf dem Indira Gandhi Airport in Neu Delhi, das schlägt sich auch in der aktuellen Platzierung nieder: Platz 6 statt wie im Vorjahr Platz 3. Allerdings scheint die Sanierung des Flughafens unterschiedlich weit fortgeschritten zu sein.

Während sich die Abflughallen sowohl bei den Inlandsflügen als auch bei den internationalen Abflügen in Sachen Sauberkeit, Essen und Unterhaltungsangeboten stark verbessert haben, bleibt in den Ankunftshallen wohl noch Einiges zu tun - doch wer sucht schon einen Schlafplatz in der Ankunftshalle? Trotzdem: Viele User beklagen generell unter anderem den Zustand der Toiletten, die Klimaanlagen-Kälte, die unzähligen und unverständlichen Lautsprecherdurchsagen vor allem während der Nacht und Vögel, die ihren Kot überall verteilen. 

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Wer auf dem Ninoy Aquino International Airport in Manila einen längeren Aufenthalt verbringen muss, ist nicht zu beneiden. Terminal 1 "muss man erlebt haben, um es zu glauben", schreibt ein User auf sleepinginairports.net: "Denkt an eine ausgebombte Ruine, um eine ungefähre Vorstellung zu bekommen. Man fühlt sich wie auf einem Viehhof, nur schlimmer. Die Toiletten sind dreckig und es gibt viel zu wenig Sitzplätze für Tausende Passagiere." Offensichtlich kommt es in diesem Bereich des Flughafens auch zu Erpressung und Betrug: So sollen zum Beispiel Sicherheitsleute mit vorgehaltener Waffe Geld für den Wiedereintritt ins Flughafengebäude verlangt haben, nachdem sie Raucher für die Zigarette vor die Tür geleitet hatten.

Positiveres gibt es über Terminal 2 zu vermelden und sogar entschieden Positives über Terminal 3 (Flüge von Cebu Pacific und Philippine Airlines). User loben hier die Sauberkeit, das Platzangebot und die Internetverbindung. Mehr als Platz 5 ist für den Hauptstadtflughafen der Philippinen trotzdem nicht drin.

Flughafen Los Angeles Übernachten

Quelle: picture-alliance / dpa/dpaweb

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Los Angeles International ist einer der größten Flughäfen der Welt, für die Qualität bei längeren Aufenthalten weisen die Superlative allerdings in die negative Richtung. Oft überfüllt, wenig Sitzgelegenheiten, unfreundliches Personal, dreckige Toiletten und mangelhafte Ausschilderung - solche User-Erfahrungen brachten dem Flughafen Platz 4 auf der Rangliste 2010 ein.

RUSSIA-AIRPORT

Quelle: AFP

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Platz 3: Moskau-Sheremetyevo

Der russische Hauptstadt-Flughafen zählte schon in den vergangenen Jahren zu den Top 3 der schlimmsten Flughäfen, doch es gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Nach wie vor präsentiert sich Sheremetyevo vielen Kommentaren zufolge als schmutzig, chaotisch und als Hölle für Nichtraucher - dicke Rauchschwaden ziehen durch die Terminals. Doch der neue Terminal D bietet insgesamt mehr Platz und zudem in der fünften Etage das Kompakt-Hotel "Luftiger Express". Die 66 an Schiffskajüten erinnernden Zimmer können Transitreisende ab einem Aufenthalt von vier Stunden mieten, die Zimmerpreise beginnen bei 30 Euro.

Flughafen Paris-Beauvais Übernachten

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Platz 2: Paris-Beauvais

Dieser kleine Flughafen gut 80 Kilometer nördlich von Paris wird hauptsächlich von der Billigfluglinie Ryanair bedient. Sollte man auf einem der anderen drei Pariser Flughäfen (Charles de Gaulle, Orly, Le Bourget) landen und von Beauvais weiterfliegen müssen, sollte man die Zeit bis zum Abflug besser nicht dort verbringen! Die Abflughalle erinnerte User von sleepinginairports.net wahlweise an ein Camping-Zelt oder einen Gartenpavillon. Und das Schlimmste: Paris-Beauvais ist von elf Uhr nachts bis sechs Uhr morgens geschlossen, alle Personen müssen den Flughafen verlassen. Gestrandete Passagiere lobten allerdings die Qualität der Grünanlagen vor dem Flughafengebäude ...

A passenger sleeps next to empty check-in counters in a terminal at the Charles-de-Gaulle airport in Roissy

Quelle: Reuters

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Platz 1: Der Flughafen Charles de Gaulle in Paris, ist unangefochten seit mehreren Jahren der Spitzenreiter der schlimmsten Flughäfen, wenn auch 2010 mit einem nicht ganz so großen Vorsprung wie in den Vorjahren. Ob es daran liegt, dass sich doch etwas verbessert hat oder wird Charles de Gaulle als Transitziel bei der Buchung einfach umgangen? Die häufigsten Kritikpunkte sind geblieben: Unfreundliches Personal, schlechte Organisation, mangelhafte Serviceeinrichtungen (Essen und Toiletten) und die vielen Obdachlosen, die den Flughafen bevölkern.

Offensichtlich sind die Terminals von ihrer Ausstattung her unterschiedlich - mancherorts erleichtert ein flauschiger Teppichboden statt nackter Fliesen das Einschlafen. So gibt es Berichte über auf dem Boden halbwegs bequem durchgeschlafene Stunden in Terminal 2E - solange bis der Wachmann kam.

Schlaflos in Paris? Es geht auch anders: die zehn schönsten Flughäfen zum Übernachten.

© sueddeutsche.de/dd/kaeb/mel/dmo
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