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Baden:Bodensee

Schwimmen hat im größten See Deutschlands Tradition, wie die zahlreichen alten Bäder am bayerischen Bodenseeufer beweisen.

Rund zwei Stunden müssen sich die Münchner schon ins Auto setzen, dafür dürfen sie danach aber auch in die Fluten des mit Abstand größten bayerischen Badesees springen - nur weil der Bodensee zu Deutschland, Österreich und der Schweiz gehört, gilt für die meisten der Chiemsee als der größte See Bayerns. Doch der Bodensee übertrumpft sie alle: er ist sechs Mal so groß wie der Chiemsee, über 250 m tief und über 60 km lang.

Ein ganzjährig beliebtes Ausflugsziel: Lindau am Bodensee

(Foto: Foto: Herbke)

Sport und Spaß kommen nicht zu kurz

Die Wasserqualität ist hervorragend, und eine Wassertemperatur von 23 Grad keine Seltenheit. Allein am Bayerischen Bodenseeufer aalen sich die Sonnenanbeter in fünf verschiedenen Strandbädern: Flagschiff ist das große Freizeitbad im Lindauer Eichwald. Mit 50-Meter-Becken, Kinderbecken, Riesenrutsche, Beachvolleyballfeldern und vielem mehr kommt weder Sport noch Spaß zu kurz.

Wer sich vor den Fluten des Bodensees scheut und lieber behütet im Schwimmbecken seine Runden zieht, ist im Freizeitzentrum Wasserburg gut aufgehoben. Schwimmmeister Michael Jeschke hilft hier auch allen Nichtschwimmern mit Geduld auf die Sprünge.

Das "Römerbad" und das "Aeschacher Bad" in Lindau zeugen hingegen von der langen Tradition des Wassersports am Bodensee. 1911 wurde am Aeschacher Ufer eines der wenigen am See noch erhalten "Pfahlbäder" errichtet. Über einen Steg erreicht man die auf Holzpfählen gebaute "Badeanstalt", die "Liegewiese" befindet sich quasi im "Zweiten Stock", im "Keller" konnte früher auch Frau sittsam und ungesehen ins Wasser gleiten.

Noch weit mehr Tradition hat das "Römerbad" auf der Lindauer Insel mit stolzen 162 Jahren. Zum 160. Jubiläum hätten Hochwasser, Treibholz und Sturm der ehrwürdigen Lindauer Institution jedoch fast den Garaus bereitet. Innerhalb von Minuten verwandelte der Sturm den heißgeliebten "Steg" in Kleinholz. Das Katastrophenjahr 1999 ging auch am Aeschacher Bad nicht spurlos vorbei. In einer beispiellosen Spendenaktion bewiesen die Lindauer jedoch, was ihnen ihre historischen Bäder wert sind. Zwar trugen die Bürger und Bürgerinnen insgesamt 90.000 Mark innerhalb von drei Monaten zusammen, um ihre Bäder wieder in Schuss bringen zu können, doch allein für die Wiederinstandsetzung des Römerbads musste die Stadt 725.000 Mark investieren. Im Sommer 2000 waren bereits alle Spuren beseitig und die Badegäste konnten sich wieder ungetrübt ins Vergnügen stürzen.

Anfahrt Mit dem Auto über die A96 nach Lindau

Parken Am See (teilweise gebührenpflichtig)

Baden An den Strandbädern in Nonnenhorn, Wasserburg, Schachen, Lindau und Reutin, Badeplätze rund um den See

Wasserqualität Gut

Unterhaltung Segeln, Surfen, Bootsverleih, Bodensee-Schifffahrt, Beachvolleyball, Minigolf

Für Kinder Spielplätze

Einkehr Kioske an den Strandbädern, Gasthäuser in den Orten