Am Ende der TürkeiAuf der anderen Seite

In Ostanatolien, wo die Türkei endet, wartet sie noch einmal mit ihren märchenhaften Reizen auf - und mit ihren noch nicht bewältigten Konflikten.

In Ostanatolien, wo die Türkei endet, wartet sie noch einmal mit ihren Reizen auf - und mit ihren Konflikten. Eine Bilderreise von Hans Gasser

Das letzte Dorf der Türkei heißt Ocakli. Ein lustig klingender Name für so eine traurige Siedlung. Die Steinhütten sind winzig, sie haben flache, grasbewachsene Dächer. Auf der Dorfstraße stehen alte, schlecht rasierte Männer um einen Lastwagen mit Gemüse herum und neugierige Kinder mit dunklen Augen, in Pullovern, die mal rosa oder hellblau waren. Sie hätten kein Wasser, klagt einer der Alten. "Obwohl wir das berühmteste Dorf der Türkei sind, sogar der Ministerpräsident war schon hier." Wasser habe er ihnen keines gebracht. Das Grundwasser sei salzhaltig, weswegen sie ihr Trinkwasser per Esel aus dem Fluss hochtragen müssten.

Bild: Hans Gasser 13. Oktober 2010, 19:102010-10-13 19:10:44 © SZ vom 14.10.2010/sueddeutsche.de/kaeb