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Wowereit kokettiert mit Olympischen Spielen:Überflüssige Debatte

Wowereit bringt Berlin für die Olympischen Sommerspiele 2024 ins Spiel. Angesichts der Probleme mit dem Hauptstadtflughafen ist das blanker Hohn. Denn wer sich bei dem einem Großprojekt schon derart blamiert, gibt sich so der Lächerlichkeit preis.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit hat zur Kenntnis gebracht, dass er sich im Jahr 2024 Olympische Spiele in der deutschen Hauptstadt vorstellen kann. Darüber den Witz zu reißen, dass die Athleten, Funktionäre und Zuschauer wohl alle mit der Bahn anreisen müssen, weil Berlin bis dahin vermutlich noch keinen neuen Flughafen hat, ist natürlich total billig. Allerdings ist es auch total gerecht gegenüber diesem Regierenden Bürgermeister.

Mit Klaus Wowereit und den Olympischen Spielen verhält es sich folgendermaßen: Die Entscheidung, ob Deutschland sich überhaupt bewirbt, fällt frühestens in einem Jahr. Die Chancen einer Berliner Bewerbung wären dann wahrscheinlich größer, als es derzeit die Chancen Wowereits sind, diese Bewerbung auf den Weg zu bringen. Und das hat tatsächlich mit dem neuen Flughafen zu tun. Wenn es nämlich weitere Verzögerungen bei dessen Eröffnung gibt, dann sollte Wowereit sein Amt verlieren.

Selbst wenn der Flughafen aber, wie jetzt geplant, im März 2013 eröffnet wird, ist die Debatte um Olympische Spiele derzeit völlig überflüssig. Sie offenbart lediglich Wowereits fehlende Demut gegenüber seiner Verantwortung für das Fiasko am Berliner Flughafen. Wer sich bei einem Großprojekt derart blamiert, darf sich nicht wundern, wenn er beim Fabulieren über das nächste nur noch der Lächerlichkeit anheimfällt.

© SZ vom 14.08.2012/fbo

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