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Reaktionen auf Anschlag in Wien:Seehofer sagt Österreich Unterstützung zu

Merkel Speaks At Bundestag, Outlines Germany's Strategy To Cope With Pandemic

Bundesinnenminister Horst Seehofer

(Foto: Getty Images)

Er verurteile diesen "barbarischen Terrorakt auf das Schärfste", sagt der Bundesinnenminister. Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich zeigt sich erschüttert. Bundespräsident Steinmeier kondoliert schriftlich.

Nach dem mutmaßlichen Terroranschlag in Österreichs Hauptstadt Wien haben Politiker und Glaubensvertreter ihre Solidarität mit den Opfern bekundet. Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), Ümit Vural, zeigte sich in einem Interview im ORF "zutiefst betroffen, erschüttert und fassungslos" über die Attacke. "Es ist ein Angriff auf unser Wien", sagte er. "Wir verurteilen diese abscheuliche, feige Tat."

Die beste Antwort sei es, mit mehr Zusammenhalt zu reagieren - "Schulter an Schulter", so der Präsident des IGGÖ. Vural drückte den unmittelbar Betroffenen sein Mitgefühl aus und sicherte den Behörden volle Kooperation zu. Sein derzeitiger Informationsstand sei jedoch auch, dass der Täter "nicht aus unserer unmittelbaren Moscheegemeinschaft" stamme.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kondolierte dem Nachbarland Deutschlands schriftlich und verurteilte die "abscheuliche Gewalt" ebenfalls. "Wir werden vor ihr und vor dem Hass, der sie treibt, nicht zurückweichen." Deutschland stehe im Kampf gegen islamistisch motivierten Extremismus und Terrorismus "fest an der Seite Österreichs", wird er in einer Pressemitteilung zitiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am Dienstagmorgen über ihren Regierungssprecher Steffen Seibert auf Twitter zu Wort gemeldet. In einer Mitteilung der Kanzlerin heißt es dort: "Ich bin in diesen schrecklichen Stunden, in denen Wien Ziel terroristischer Gewalt geworden ist, in Gedanken bei den Menschen dort und bei den Sicherheitskräften, die der Gefahr entgegentreten. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer; den Verletzten wünsche ich, dass sie ganz genesen können. Wir Deutsche stehen in Anteilnahme und Solidarität an der Seite unserer österreichischen Freunde. Der islamistische Terror ist unser gemeinsamer Feind. Der Kampf gegen diese Mörder und ihre Anstifter ist unser gemeinsamer Kampf." Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zeigte sich "schockiert und entsetzt". Der CSU-Politiker schrieb weiter: "Wir stehen fest an der Seite Österreichs."

Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte, er habe seinem österreichischen Amtskollegen Karl Nehammer für die Aufklärung der Hintergründe des Terroranschlags jede Unterstützung zugesagt. "Wir stehen fest an der Seite unserer österreichischen Freunde", betonte Seehofer. "Ich verurteile diesen barbarischen Terrorakt auf das Schärfste", fügte er hinzu. Die Europäer könnten den Terroristen und ihren Hintermännern nur gemeinsam das Handwerk legen.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte noch in der Nacht von "schweren Stunden in unserer Republik" gesprochen. Er bedankte sich bei den Einsatzkräften, die ihr Leben riskierten für die Sicherheit der Österreicher. "Unsere Polizei wird entschlossen gegen die Täter dieses widerwärtigen Terroranschlags vorgehen", so Kurz.

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig adressierte die Bevölkerung der Stadt ebenfalls auf Twitter: "Liebe Wienerinnen und Wiener! Zutiefst bestürzt haben wir die Informationen über die Schießerei in der Inneren Stadt erhalten. Die Bilder sind schockierend und machen uns fassungslos. Aktuell läuft noch immer ein Großeinsatz der Polizei." Rettungskräfte seien im Einsatz, so Ludwig: "Bleiben Sie bitte zu Hause und bewahren Sie Ruhe. Wenn Sie sich im Bereich der Inneren Stadt befinden, bleiben Sie in geschlossenen Räumen."

Ludwigs Berliner Pendant, der Regierende Bürgermeister Michael Müller, schrieb auf Twitter: "Wir sind erschüttert und fassungslos über die furchtbaren Nachrichten, die uns aus Wien erreichen. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und deren Angehörigen, bei unseren Freunden, den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Wien und bei den vielen Einsatzkräften."

In den USA, wo an diesem Dienstag die US-Präsidentschaftswahlen stattfinden, äußerten sich US-Präsident Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden, sie verurteilten den Terrorangriff scharf. "Nach einem weiteren abscheulichen Terrorakt in Europa sind unsere Gebete bei den Menschen in Wien", schrieb Trump am späten Montagabend (Ortszeit) auf Twitter. Diese bösartigen Angriffe auf unschuldige Menschen müssten aufhören, fügte er hinzu. Die USA stünden an der Seite Österreichs, Frankreichs und ganz Europas im Kampf gegen Terroristen, einschließlich radikal-islamische Terroristen.

Auch der Demokrat Joe Biden twitterte, er und seine Frau Jill beteten nach dem schrecklichen Terrorangriff in Wien für die Opfer und deren Familien. "Wir müssen alle vereint gegen Hass und Gewalt eintreten", schrieb er.

Trumps Nationaler Sicherheitsberater Robert O'Brien erklärte: "Es gibt keine Rechtfertigung für derartigen Hass und Gewalt."

Europäische Politiker zeigten sich schockiert und erklärten sich solidarisch mit Wien. "Wir, Franzosen, teilen den Schock und die Trauer der Österreicher nach einer (sic!) Angriff in Wien", twitterte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf Deutsch. "Nach Frankreich ist es ein befreundetes Land, das angegriffen wird. Dies ist unser Europa. Unsere Feinde müssen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Wir werden nichts (sic!) nachgeben", schrieb Macron.

Der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli, schrieb an gleicher Stelle: "Mit Traurigkeit und Grauen verfolgen wir die Nachrichten über eine weitere Attacke am heutigen Abend in Europa. Unsere Gedanken sind mit den Freunden und Familien der Opfer sowie den Bürgern von Wien. Der gesamte Kontinent steht zusammen gegen Gewalt und Hass."

Die Regierungschefs Spaniens, Pedro Sánchez, Italiens, Giuseppe Conte, und der Niederländer Mark Rutte äußerten sich ähnlich. Rutte erklärte Österreichs Regierung um Sebastian Kurz die volle Solidarität der Niederländer, Conte twitterte - wie Macron - auf Deutsch: "In unserem gemeinsamen europäischen Haus darf es keinen Platz für Hass und Gewalt sein. Verbundenheit zum österreichischen Volk, zu den Angehörigen der Opfer und zu den Verletzten."

Auch Großbritanniens Premier Boris Johnson versicherte, seine Gedanken seien bei den Menschen in Österreich: "Ich bin tief schockiert wegen der schrecklichen Attacken in Wien", schrieb er auf Twitter.

Israels Präsident Reuven Rivlin verurteilte den Anschlag in Wien ebenfalls. "Unsere Gedanken und Gebete sind mit den Österreichern, während wir die verabscheuungswürdige Terrorattacke aus der vergangenen Nacht in Wien mit Sorge verfolgen", erklärte Rivlin via Twitter. Noch ist unklar, ob die Attacke in Wien auch der Synagoge in der Seitenstettengasse gegolten hat.

UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den Terrorangriff in der Wiener Innenstadt scharf. Er verfolge die Situation mit "äußerster Sorge", sagte der UN-Chef laut Mitteilung in New York. Den Familien der Opfer drückte Guterres sein Beileid aus, den Verletzten wünschte er eine rasche Genesung. Die Vereinten Nationen stünden an der Seite des österreichischen Volkes und seiner Regierung.

© SZ/dpa/fued/gal/lwei/jobr
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