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Nach Kritik:Werte-Union schließt Zusammenarbeit mit AfD aus

CDU-Politiker fordern Rauswurf der Werteunionisten

Alexander Mitsch, Bundesvorsitzender der Werte-Union bei der Jahrestagung des Vereins 2019

(Foto: dpa)
  • Die in der Kritik stehende Werte-Union hat eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen.
  • Als Begründung wurde auf Positionen der AfD verwiesen, die mit den Zielen der Gruppierung nicht vereinbar seien.
  • Die Werte-Union ist ein Verein mit 4000 Mitgliedern, kein offizieller Teil der CDU.

Nach massiver Kritik an ihrem Kurs hat die rechtskonservative Werte-Union möglichen Kooperationen mit der AfD eine klare Absage erteilt. "Die Werte-Union lehnt eine Zusammenarbeit mit der AfD und der Linkspartei entschieden ab und hat auch nie eine Zusammenarbeit gefordert. Sie steht voll und ganz hinter den diesbezüglichen Beschlüssen des CDU-Bundesparteitags", heißt es in einem Beschluss, den der Bundesvorstand am Samstag in Frankfurt auf Vorschlag des Vorsitzenden Alexander Mitsch fasste. "Die AfD vertritt Positionen, die mit unseren Zielen und Werten nicht vereinbar sind", heißt es.

Der Beschluss fiel einstimmig unter Beteiligung der Landesvorsitzenden, wie Mitsch der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Darin heißt es, die Werte-Union sehe es als ihre Aufgabe an, "als wertkonservatives und wirtschaftsliberales Korrektiv zum Linkskurs der Kanzlerin zu wirken". Dieser Linkskurs habe das Aufkommen der AfD erst ermöglicht. "Als Werte-Union wollen wir vielmehr dazu beitragen, die Union zurück in die politische Mitte zu führen und konservative Wähler zurückzugewinnen", erklärte die Gruppe, die keine offizielle Parteigliederung ist. Sie hat nach eigenen Angaben mehr als 4000 Mitglieder, das entspricht etwa einem Prozent der CDU-Mitglieder.

An der Sitzung nahm den Angaben zufolge auch frühere Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, teil. Die Werte-Union steht zurzeit in der CDU massiv in der Kritik. Zuletzt hatten mehrere auch prominente Christdemokraten der Gruppe mangelnde Abgrenzung zur AfD vorgeworfen und sich dafür ausgesprochen, Mitglieder der Werte-Union aus der Partei zu drängen, die ihren Zuspruch geäußert hatten für die umstrittene Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich, der mit Hilfe der Stimmen der AfD ins Amt des Thüringer Ministerpräsidenten gekommen war. Kemmerich war mit Stimmen von Liberalen, CDU und AfD gewählt worden, was bundesweit Empörung ausgelöst hatte. Er ist inzwischen zurückgetreten.

© SZ.de/dpa/sebi
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