Wahlen - Oldenburg:Kommunalwahlen: Digitale Wahlhilfe "Voto" startet

Deutschland
Das Handoutbild zeigt einen Mann, der ein Smartphone mit der digitalen Wahlentscheidungshilfe "Voto" in der Hand hält. Foto: Voto/dpa (Foto: dpa)

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Oldenburg (dpa/lni) - Zu den Kommunalwahlen in Niedersachsen im September können Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung online mit den Positionen von Parteien und Kandidaten abgleichen. Die Wahlentscheidungshilfe "Voto" wurde am Dienstag an der Universität Oldenburg vorgestellt. Die Hilfe soll laut Geschäftsführer Julius Oblong in über 400 Gemeinden in Niedersachsen für die Kommunalwahlen am 12. September 2021 zur Verfügung stehen. Sie startet demnach erstmals flächendeckend für ein gesamtes Bundesland. "Das stellt eine Herausforderung dar", sagte Oblong.

"Voto" funktioniert demnach ähnlich wie der von den Landtags- und Bundestagswahlen bekannte Wahl-O-Mat: Nutzer geben ihre Position zu verschiedenen Thesen ein und können dann ihre Positionen mit denen der lokal antretenden Parteien und Wählergemeinschaften vergleichen. Parteien müssen ihr Parteiprofil erstellen und sich zu den wichtigsten kommunalpolitischen Themen positionieren. Die einzelnen Programmpunkte können jeweils begründet werden. Die drei Kandidaten mit der höchsten prozentualen Übereinstimmung werden Wählern nach Eingabe angezeigt. Registrieren könne man sich noch bis zum Wahltag am 12. September.

Die Online-Hilfe soll das Wählen nach Angaben des Geschäftsführers Steffen Schuldis einfacher machen. Die Kommunalwahl sei vor allem für junge Menschen kompliziert. Deshalb soll "Voto" vor allem diese Generation sowie politikferne Menschen erreichen und dabei Barrieren abbauen.

Bisher wurde die digitale Wahlhilfe Schuldis zufolge bei der letzten Kommunalwahl in Hessen als Prototyp in sechs Städten eingesetzt. Die Wahlhilfe verbessere den Zugang zu Wahlinformationen und erleichtere es, gut informierte Wahlentscheidungen zu treffen. Zudem sollen Wähler mit der Wahlhilfe Parteien und Kandidaten besser erreichen. Gerade lokale Themen seien relevant für junge Menschen, sagte Oblong.

Unterstützt wird die Wahlhilfe von der Robert-Bosch-Stiftung, der Technischen Universität Darmstadt sowie den Universitäten Oldenburg und Frankfurt. Eine Befragung der Universität Oldenburg von Kommunalpolitikern in Niedersachsen habe gezeigt, dass Online-Wahlhilfen für Kommunalwahlen Potenzial bieten: Mehr als 70 Prozent der Befragten gaben an, dass sie solche Plattformen grundsätzlich als sinnvolles Informationsinstrument für Bürger sehen. Insbesondere in Zeiten der Corona-Pandemie böten digitale Wahlhilfen demnach Alternativen im Wahlkampf. Knapp 50 Prozent der Befragten seien davon ausgegangen, dass durch Online-Wahlhilfen mehr Bürger zur Stimmabgabe motiviert werden können.

© dpa-infocom, dpa:210810-99-789712/3

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