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Wahl in der Republik Moldau:Europa muss jetzt liefern

Mit knapper Mehrheit siegen die proeuropäischen Parteien bei der Parlamentswahl in der Republik Moldau. Doch die größten Probleme des Landes sind noch nicht gelöst.

Studenten aus der Republik Moldau auf dem Weg zum Wahllokal. Die proeuropäischen Parteien errangen bei der Parlamentswahl einen knappen Sieg.

(Foto: Vadim Ghirda/AP)

So bedeutsam hat sich die verarmte Republik Moldau (Moldawien) schon lange nicht mehr fühlen können. 3,2 Millionen Wähler, die über ihr Parlament bestimmen, und doch noch über so vieles mehr: Ihre Wahl scheint Einfluss auf Russlands Sehnsucht nach einer größeren Einflusszone zu haben und auf den Gemütszustand in der Europäischen Union. West oder Ost, EU oder Russland - so zugespitzt lassen sich die Alternativen für dieses Land formulieren, seitdem der Ukraine-Konflikt den gesamten Kontinent polarisiert.

Moskau hat es so gewollt. Weil es schon die Ukraine und ihren einstigen wankelmütigen Präsidenten Viktor Janukowitsch nicht in die EU ziehen lassen wollte. Weil es auch die Republik Moldau mit wirtschaftlichen Boykotts in die Enge trieb. Die Mehrheit der Moldauer hat sich nun dennoch für den Westkurs entschieden. So einfach ist die Restaurierung des einstigen Sowjetimperiums also nicht. Trotz des Moskauer Drucks - Europa verspricht dem Land langfristig mehr Wohlstand.

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Aber dass sich niemand täuscht: So überzeugend ist der Sieg für die proeuropäischen Parteien auch wieder nicht. Die meisten Probleme haben auch sie in den vergangenen Jahren nicht lösen können. Trotz immenser Hilfe und einiger Fortschritte sind Armut und Korruption die größten Menetekel in diesem Land.

Die Republik Moldau ist noch immer geprägt von strippenziehenden Oligarchen, überzogener Bürokratie und fehlbarer Justiz. Europa muss mehr denn je kontrollieren, dass die Hilfe des Westens nicht versickert auf dem Weg zu den Bürgern. Die Moldauer versprechen sich von der EU mehr Wohlstand, aber am Ende wollen sie ihn auch spüren.