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Vorsitzenden-Wahl der UMP:Sarkozy ist neuer Parteichef

Nicolas Sarkozy

Will 2017 wieder Präsident Frankreichs werden: Nicolas Sarkozy.

(Foto: dpa)
  • Bei der Vorsitzenden-Wahl der konservativen Partei UMP wählten die Parteimitglieder Nicolas Sarkozy am Samstag mit einer Mehrheit von 64,5 Prozent zu ihrem neuen Vorsitzenden.
  • Sein Hauptrivale, der ehemalige Landwirtschaftminister und Diplomat Bruno Le Maire, erhielt knapp 30 Prozent der Stimmen.
  • Sarkozy will im Mai 2017 aller Voraussicht nach erneut Präsident Frankreichs werden.

64,5 Prozent stimmen für Sarkozy

Das Ergebnis ist eindeutig, aber kein Triumph: Frankreichs Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy steht wieder an der Spitze seiner konservativen Partei UMP. Die 268 000 Parteimitglieder wählten den 59-Jährigen am Samstag mit einer Mehrheit von 64,5 Prozent zu ihrem Vorsitzenden. An der Spitze der konservativen gaullistischen Partei hatte Sarkozy bereits von 2004 bis 2007 gestanden.

Sein Hauptrivale, der ehemalige Landwirtschaftminister und Diplomat Bruno Le Maire (45), erhielt knapp 30 Prozent der Stimmen, der 1958 in Algier geborene Politiker Hervé Mariton gut 6 Prozent - beide Herausforderer galten von Beginn an als chancenlos.

Sarkozy löst eine Troika aus den ehemaligen Premierministern Alain Juppé, Jean-Pierre Raffarin und François Fillon ab, die die Partei kommissarisch geleitet hatten.

Namensänderung der Partei geplant

Sarkozy sprach am Samstagabend auf seiner Facebook-Seite von einem "Neustart" für seine Partei. Am Montag werde er die führende Parteivertreter treffen, um "die Grundlagen für einen möglichst großen Zusammenschluss zu schaffen". "Es ist die Zeit gekommen zu handeln", erklärte er. Sarkozy hat angekündigt, die UMP "von Grund auf" umbauen, auch ihren Namen ändern zu wollen.

Die erste von drei Etappen

Mit der Wahl zum neuen Parteivorsitzenden endet für den Rückkehrer die erste von drei Etappen. Als zweite Hürde lauern für Sarkozy dann die Vorwahlen, bei denen Frankreichs bürgerliche Rechte Mitte 2016 ihren Spitzenkandidaten für die Präsidentschaftswahl kürt. Als sein schärfster innerparteilicher Konkurrent gilt der Bürgermeister von Bordeaux und frühere Premierminister Alain Juppé, mit dem er sich seit Wochen Grabenkämpfe liefert.

UMP-Wahl nur Sprungbrett zum Präsidenten-Amt

Auch wenn er es noch nicht offiziell erklärt hat: Als Parteivorsitzender wird Sarkozy dann aller Voraussicht nach eine Kandidatur bei den französischen Präsidentschaftswahlen 2017 anstreben, um den Elysée-Palast von den regierenden Sozialisten um Staatspräsident François Hollande zurückzuerobern. Oder er würde gegen Marine Le Pen ins Duell ziehen, was laut Umfragen derzeit wahrscheinlicher ist. Er könnte also den rechtsextremen Front National kurz vor dem Einmarsch in den Staatspalast stoppen.

Seit Monaten arbeitet Sarkozy darauf hin, seinen Weg zurück in den Élysée-Palast zu ebnen. Bereits von 2007 bis 2012 Staatspräsident, will er die Geschicke Frankreichs noch einmal leiten.

Sarkozy steht für Recht und Ordnung, für eine mehr atlantische Ausrichtung und für eine betonte "nationale Identität". Die Franzosen insgesamt wollen ihn unter anderem wegen zahlreicher Korruptionsaffären jedoch nicht zurück haben.

© SZ.de/dpa/fie
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