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Vereinte Nationen:Operation Weltfrieden

Die UN haben die Welt in 75 Jahren ein Stück besser gemacht. Ein grundsätzliches Problem aber bleibt.

Viel gibt es zu kritisieren an der Arbeit der Vereinten Nationen. Sie sind in Teilen ein aufgeblähter Apparat, in dem Geld versickert. Nicht selten sind sie eine tatenlose Organisation des schönen Wortes. Und dennoch ist dieser Freitag, der 75. Jahrestag der Unterzeichnung der UN-Charta, ein Tag zum Feiern. Denn die UN mögen nicht der relevanteste oder effektivste Zusammenschluss von Ländern sein - ideell hingegen sind sie die wichtigste Vereinigung des Erdballs.

Die Unterzeichnung der Charta durch 50 Nationen am 26. Juni 1945 stand unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs. Mittlerweile haben die UN 193 Mitglieder, und ihr Generalsekretär António Guterres hat recht, wenn er sagt, dass diese ihr Hauptziel erreicht haben: die Verhinderung eines dritten Weltkrieges, insbesondere einer globalen atomaren Auseinandersetzung. Guterres hat auch recht, wenn er sagt, dass die Organisation reformiert und modernisiert werden muss. Das Jubiläum ist dazu ein guter Anlass.

Ein grundsätzliches Problem wird sich nicht lösen lassen: die Dualität zwischen den Ansprüchen der Großmächte, besonders von China, Russland und den USA, die als ständige Mitglieder im Sicherheitsrat vertreten sind, und der Idee der Gleichheit aller Länder. Vermutlich wird dieses Problem auch die nächsten 75 Jahre der UN bestimmen.

© SZ vom 26.06.2020

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