USA:Zehntausende Veteranen warten auf Arzttermin

USA: Einrichtung für Veteranen in El Paso, Texas: Kriegsheimkehrer-Kliniken in Texas haben mit die längsten Wartezeiten, wie ein Bericht nun bestätigte.

Einrichtung für Veteranen in El Paso, Texas: Kriegsheimkehrer-Kliniken in Texas haben mit die längsten Wartezeiten, wie ein Bericht nun bestätigte.

(Foto: AP)

Vernachlässigte Helden: Viele US-Kriegsheimkehrer haben große Schwierigkeiten, medizinische Versorgung zu bekommen. Ein Untersuchungsbericht legt desaströse Zustände offen - und massiven Betrug bei der Terminvergabe.

Seit Wochen wird in den USA über die schlechte Gesundheitsversorgung von Kriegsveteranen diskutiert. Nun legt das Veteranenministerium Zahlen vor, die bestätigen, dass es sich um ein ernsthaftes Problem handelt: Mehr als 57 000 Kriegsheimkehrer warten demnach mehr als drei Monate auf einen Arzttermin. Weitere 64 000 sind bereits seit zehn Jahren offiziell in Versorgungsprogramme eingeschrieben, wurden aber noch nie von einem zuständigen Arzt behandelt.

Dazu kommen zahlreiche Betrugsfälle - womöglich aufgrund der Vorgabe, Veteranen innerhalb von zwei Wochen einen Termin zu geben. Wird diese Frist nicht eingehalten, wirkt sich das bislang negativ auf die Leistungsbeurteilung von Verwaltungsangestellten aus. Der vorliegenden Erhebung zufolge sollen in 76 Prozent der Gesundheitseinrichtungen offizielle Wartezeiten manipuliert worden sein.

13 Prozent der Angestellten, die für die Terminvergabe verantwortlich sind, geben an, sie seien zur Fälschung von Daten gedrängt worden, um die Vorgaben scheinbar einzuhalten. Künftig sollen die Wartezeiten keinen Einfluss auf die Beurteilung der Angestellten haben, hieß es vom Ministerium.

Zu wenig Personal, zu viele Patienten

Der Bericht stellte fest, dass das Hauptproblem der Veteranen-Versorgung ein Mangel an medizinischem Personal sei. Zudem sei die zwei-Wochen-Vorgabe wegen der wachsenden Patientenzahl und einer mangelhaften Einsatzplanung nicht einhaltbar.

Der US-Sender CNN hatte enthüllt, dass alleine 40 Patienten eines Veteranenkrankenhauses in Phoenix (Bundesstaat Arizona) starben, weil sie zu spät behandelt wurden. Die durchschnittliche Wartezeit für einen ersten Termin betrug 55 Tage. Veteranen-Minister Eric Shinseki trat Ende Mai zurück.

Für die Untersuchung des Veteranenministerums wurde die medizinsche Versorgung von sechs Millionen Patienten untersucht, 731 Gesundheitseinrichtungen wurden überprüft und 3700 Mitarbeiter befragt.

© SZ.de/joba/liv
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