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Straße von Hormus:Trump: US-Marineschiff zerstört iranische Drohne

  • Präsident Trump zufolge haben die USA in der Straße von Hormus eine iranische Drohne zerstört.
  • Die Drohne sei dem Schiff sehr nahe gekommen und habe die Sicherheit des Schiffes und seiner Crew bedroht. Mehrere Aufrufe, sich zurückzuziehen, seien ignoriert worden.
  • Iran hat Außenminister Mohammad Jawad Sarif zufolge dagegen keine Kenntnis über eine vom US-Militär zerstörte Drohne.

Die Mannschaft eines US-Marineschiffs hat nach Angaben von Präsident Donald Trump am Donnerstag in der Straße von Hormus eine iranische Drohne zerstört. Der iranische Außenminister Mohammad Jawad Sarif entgegnete am Sitz der Vereinten Nationen in New York, Iran habe keine Informationen über den Verlust einer Drohne.

Trump erklärte, die Drohne sei der USS Boxer sehr nahe gekommen und habe die Sicherheit des Schiffes und seiner Crew bedroht. Mehrere Aufforderungen, die Drohne zurückzuziehen, seien ignoriert worden. Sie sei daraufhin sofort zerstört worden.

"Es ist die jüngste von vielen provozierenden und feindlichen Aktionen Irans gegen Schiffe, die in internationalen Gewässern operieren", erklärte der Republikaner. Die USA behielten sich das Recht vor, ihre Interessen, Einrichtungen und Mitarbeiter zu verteidigen. Er forderte andere Länder auf, Irans Vorgehen zu verurteilen.

Aus dem Pentagon hieß es, der Vorfall habe sich am Donnerstag gegen zehn Uhr Ortszeit ereignet. Die USS Boxer - ein Amphibious Assault Ship, sinngemäß: Schiff für amphibische Angriffe - habe sich in internationalen Gewässern befunden, als sich die Drohne genähert habe. Es befinde sich nun im Persischen Golf. Das US-Verteidigungsministerium wollte sich nicht dazu äußern, wie die Drohne zerstört worden sei. Das US-Militär wollte auch keine Angaben dazu machen, ob es sich um eine bewaffnete Drohne handelte.

Weder der Präsident noch das Pentagon erläuterten, wie die Boxer die Drohne zerstört haben will. Der Nachrichtensender CNN meldete, das Kriegsschiff habe sie mit einem elektronischen Störgerät und nicht durch eine Rakete vom Himmel geholt.

Es ist nicht der erste Zwischenfall in der Straße von Hormus

Die Lage in dem Konflikt zwischen den USA und Iran ist seit Längerem extrem angespannt. In den vergangenen Wochen war es zu mehreren Zwischenfällen in dem Seegebiet gekommen. Im Juni waren zwei Tanker bei schweren Zwischenfällen im Golf von Oman beschädigt worden. Die Amerikaner machten Iran für die Attacken verantwortlich. Teheran wies die Anschuldigungen zurück.

Kurz nach dem Zwischenfall hatte das US-Militär mitgeteilt, eine iranische Rakete habe versucht, eine US-Drohne im betroffenen Seegebiet im Golf von Oman abzuschießen. Ziel der Aktion sei offensichtlich gewesen, eine Beobachtung der Tanker-Attacke zu verhindern. Der Abschussversuch sei aber erfolglos gewesen, die Rakete habe die Drohne um etwa einen Kilometer verfehlt. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten zudem am 20. Juni eine US-Aufklärungsdrohne abgeschossen, weil sie angeblich den iranischen Luftraum im Persischen Golf verletzt hatte. Die US-Regierung gab an, dass die Drohne in internationalem Luftraum geflogen sei.

Die Straße von Hormus zwischen Persischem Golf und dem Golf von Oman spielt eine entscheidende Rolle im Konflikt zwischen den beiden Ländern. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch die Meerenge verschifft. Im September vergangenen Jahres drohte der iranische Präsident Hassan Rohani sogar mit einer Blockade.

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