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Ukraine-Krise:Viele Soldaten bei Separatisten-Angriff verletzt

Crisis in Ukraine

Prorussische Separatisten stehen am Rande der Provinz Donezk an einem Kontrollpunkt. In der region wurden zahlreiche ukrainische Soldaten bei Gefechten verletzt.

(Foto: dpa)

Bei Gefechten in der Ukraine sind nach Angaben aus Kiew zahlreiche Soldaten verletzt worden. Separatisten hätten ihre Stellungen in der Region Donezk beschossen. Eine Sonderbeauftragte der Regierung in Kiew soll nun den Dialog mit den Aufständischen suchen.

Bei neuen Kämpfen zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten in der Ostukraine sind nach ukrainischen Angaben etwa 30 Soldaten verletzt worden. Unweit der Stadt Lugansk hätten Separatisten in der Nacht Mörsergranaten auf Regierungseinheiten und Grenzschützer abgefeuert, teilte der ukrainische Grenzschutz mit.

Seit der Wahl von Präsident Petro Poroschenko gehen die ukrainischen Regierungstruppen verstärkt gegen die Separatisten im Osten vor. Poroschenko hatte die Streitkräfte am Montag angewiesen, binnen einer Woche die Grenzregion wieder voll unter ihre Kontrolle zu bringen.

Die Ukraine und der Westen werfen Russland vor, die Separatisten mit Waffen und anderem Kriegsgerät zu versorgen. Russland weist dies zurück. Die ukrainisch-russische Grenze ist etwa 2000 Kilometer lang. Rund 250 Kilometer sind unter Kontrolle der Regierungstruppen. Nach Angaben der Regierung in Kiew wurden seit dem Start der Militäroperation 125 ukrainische Soldaten getötet.

Sonderbeauftragte für Gespräche mit Separatisten

Poroschenko setzte als Schritt in seinem angekündigten Friedensplan eine Sonderbeauftragte für die Krisenregionen Donezk und Lugansk ein. Irina Geraschtschenko solle demnach den Dialog mit den Aufständischen suchen, vor allem in der selbst ernannten "Volksrepublik Donezk", die ebenso wie die "Volksrepublik Lugansk" nach Unabhängigkeit strebt.

Die Aufständischen erklärten sich grundsätzlich zu Gesprächen bereit, verlangten aber, dass Vermittler Russlands oder internationaler Organisationen hinzugezogen würden. Direkte Gespräche mit Vertretern Kiews seien nicht mehr möglich, "weil die Regierung jeden Tag ihre Bürger in Slawjansk und anderen Städten tötet", sagte der von Kiew nicht anerkannte Donezker "Vize-Regierungschef" Andrej Purgin.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sieht die Ukraine "weit entfernt" von einer politischen Lösung. Der Abschuss eines ukrainischen Militärflugzeugs sei ein "echter Rückschlag bei den Bemühungen zur Entschärfung der Krise" gewesen, sagte der SPD-Politiker. Nach den gescheiterten Gasgesprächen zwischen Russland und der Ukraine befürchtet Steinmeier auch "unvermeidbare" Folgen für die Versorgungslage in der EU. "Wir erwarten von Russland, dass sie weiterhin offen sind, diese Verhandlungen fortzusetzen", forderte er. Nach seinen Worten könnte es in der kommenden Woche beim EU-Gipfel um die Verhängung von Wirtschaftssanktionen gegen Russland gehen. "Wenn Russland verantwortlich ist für eine dauerhafte Destabilisierung der Ukraine, dann werden auch weitere Entscheidungen unvermeidbar sein", sagte der Minister.

© SZ.de/dpa/Reuuters/joba/hai
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