Ukraine im Umbruch"Europa ist mehr als ein Ort"

Sie nennen sich "Euromaidan", gingen für Europa auf die Straße. Nun versinkt ihr Land im Bürgerkrieg. Alya Shandra und andere Aktivisten erzählen von Europa und der Revolution.

Von Hannah Beitzer

Sie gingen für Europa auf die Straße, rissen Tausende ihrer Landsleute mit. Nun versinkt ihr Land im Bürgerkrieg. Alya Shandra sammelt gemeinsam mit etwa 200 Freiwilligen Videos, Interviews und Artikel für die Seite "Euromaidan PR", die "russische Propaganda" über den Umbruch in der Ukraine bekämpfen soll. Was Europa und die Revolution im eigenen Land für sie und andere Aktivsten bedeuten, erzählen sie hier.

Alya Shandra, 29 Jahre, Mitinitiatorin von "Euromaidan PR"

Europa ist für mich ein Ort, an den man schwer hinkommt. Man muss schon jemand Besonderes sein, damit man nach Europa darf. Wir Ukrainer müssen immer beweisen, dass wir es wert sind, das finde ich schade. Klar, bei uns muss sich einiges ändern: Wir brauchen ein System, das die Bürger an den Entscheidungen beteiligt, das seine Entscheidungen transparent macht und in dem Politiker zur Verantwortung gezogen werden. Mit dem Sturz der alten Regierung haben sich zwar die Köpfe geändert, aber nicht das System. Deswegen dürfen wir noch nicht aufgeben. Das sind wir den Toten vom Maidan schuldig.

Bild: Hannah Beitzer 12. Mai 2014, 12:052014-05-12 12:05:43 © Süddeutsche.de/sebi