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Trump-Regierung:O'Brien weiß zu schmeicheln

Neuer Nationaler Sicherheitsberater Robert O'Brien

O'Brien weiß, wie man US-Präsident Trump gefällt.

(Foto: dpa)
  • In Robert O´Brien hat Donald Trump einen Schüler des vor einer Woche gefeuerten John Bolton als neuen Nationalen Sicherheitsberater gefunden.
  • Wie sein Vorgänger steht O'Brien eher für eine Außenpolitik der Stärke, die auch militärisch demonstriert wird.
  • Allerdings weiß er, was er tun muss, um Trump zu gefallen.

Eine Frage, die manche US-Kommentatoren in den Tagen nach dem Rauswurf von John Bolton als Nationalem Sicherheitsberater umtrieb, lautete: Wer in Gottes Namen will eigentlich noch für diesen Präsidenten arbeiten? Die Antwort hat Donald Trump an diesem Mittwoch gegeben. Robert O'Brien heißt der Mann.

Der Anwalt aus Los Angeles war bis dato der Sondergesandte des Präsidenten in internationalen Geiselnahmen, angesiedelt im US-Außenministerium. O'Brien hat etwa mit der Türkei über die Freilassung des evangelikalen US-Pastors Andrew Brunson verhandelt, der dort wegen Spionage zwei Jahre in Haft saß. Er hat auch die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate dazu bewegen können, einen US-Öl-Ingenieur aus den Händen von Geiselnehmern zu befreien. Insgesamt 20 Geiseln soll er befreit haben, seit er sein Amt im Mai 2018 angetreten hat.

O'Brien lehnt das Atomabkommen mit Iran ab

O'Brien hat durchaus Erfahrung auf dem internationalen Parkett und schon die früheren republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney und Scott Walker in außenpolitischen Fragen beraten. Manche fragen sich allerdings, ob er politisch nicht genau da weitermachen wird, wo der Hardliner John Bolton aufgehört hat. O'Brien ist so etwas wie ein Schüler Boltons. Er hat für Bolton gearbeitet, als der noch UN-Botschafter unter Präsident George W. Bush war.

Im Wahlkampf 2016 veröffentlichte O'Brien ein Buch zur US-Außenpolitik. "Während Amerika schlief", heißt es wörtlich übersetzt. Darin warnt er, Russland und China zu viel Raum zu geben und verurteilt das von Präsident Barack Obama mitverhandelte Atomabkommen mit Iran. Es sei ebenso schlecht wie das Münchner Abkommen von 1938. Das hatten Großbritannien, Frankreich und Italien mit Adolf Hitler geschlossen, um einen europaweiten Krieg zu verhindern. Der Frieden währte nur wenige Monate. Bolton steuerte einen unterstützenden Klappentext zu dem Buch bei.

In dem Buch macht O'Brien klar, wen er im Weißem Haus sehen will. Amerika habe die Wahl zwischen einem "Weiter so" mit Obamas Außenpolitik der Zurückhaltung oder der Rückkehr zur "Frieden durch Stärke"-Strategie von Ronald Reagan, von der er offenbar glaubte, dass Trump sie fortführen werde. Zu Trumps Versprechen aber gehört, die USA aus internationalen Konflikten herauszuhalten und so viele Truppen wie möglich zurückzubeordern.

Militärische Antwort statt Wirtschaftssanktionen

Das klingt nach ähnlichem Streitpotential, wie Trump es mit John Bolton hatte, den er vor einer Woche feuerte. Begründung: Sie seien sich in zu vielen Dingen uneins gewesen.

Die erste Bewährungsprobe für O'Brien ist der Konflikt mit Iran. Das Land soll nach US-Lesart angeblich Öl-Felder in Saudi-Arabien bombardiert haben, einem engen Verbündeten der Trump-Regierung. Trump war bisher dennoch nicht bereit, eine militärische Antwort zu geben, sondern hat jetzt neue Wirtschaftssanktionen in Auftrag gegeben. Boltons Haltung wäre klar gewesen: Ohne militärische Antwort laufen die USA Gefahr, von Iran nicht mehr für voll genommen zu werden. Nach allem, was über O'Brien bekannt ist, dürfte das auch seine Position sein.

O'Brien weiß, wie man dem US-Präsidenten gefällt

Es sei denn, er hat sich entschieden, jeden Konflikt mit Trump zu vermeiden. Das würde ihm zumindest den Posten sichern. Er ist immerhin schon Trumps vierter Nationaler Sicherheitsberater. So viele hat noch kein Präsident vor ihm in den ersten drei Jahren einer Amtszeit verschlissen.

Im Gegensatz zu Bolton hat O'Brien allerdings kein Problem damit, den Präsidenten über den Klee zu loben. Wofür Trump bekanntlich überaus empfänglich ist. "Ohne die Unterstützung des Präsidenten wäre das alles nicht möglich gewesen", sagte er einmal am Rande einer kleinen Feier im Oval Office zum Anlass einer Geiselbefreiung. Der Präsident haben "unvergleichlichen Erfolg" darin, Amerikaner nach Hause zu bringen, ohne Konzessionen zu machen, ohne Gefangenenaustausch, allein mit der "Macht seines Willens und dem Wohlwollen, das ihm in der Welt entgegengebracht" werde.

Auf Twitter zitierte Trump O'Brien Ende April mit den Worten: "Präsident Donald J. Trump ist der größte Geisel-Verhandler in der Geschichte der Vereinigten Staaten." Wenn O'Brien so weitermacht, dann dürfte er in der Trump-Regierung eine glorreiche Zukunft haben.

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