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Terrormiliz in Nigeria:Boko Haram tötet offenbar aus Rache Dutzende Dorfbewohner

  • Boko Haram tötet bei einem Angriff auf ein nigerianisches Dorf Dutzende Menschen.
  • Dabei handelt es sich offenbar um einen Racheakt der islamistischen Terrororganisation.
  • Einen Tag zuvor hatte die tschadische Armee etwa 200 Boko-Haram-Kämpfer getötet.

Boko Haram tötet Dutzende Dorfbewohner

Die islamistische Terrororganisation Boko Haram hat bei einem Angriff auf ein Dorf in Kamerun nahe der nigerianischen Grenze Dutzende Menschen getötet. Ein Soldat vor Ort sagte der Deutschen Presse-Agentur am Telefon, möglicherweise gebe es bis zu hundert Tote. Der Angriff am Mittwoch auf Fotokol im Norden des Landes war offenbar ein Racheakt für eine Offensive der tschadischen Armee, bei der kurz zuvor etwa200 Kämpfer der sunnitischen Fundamentalisten getötet worden waren.

Der Sprecher der kamerunischen Streitkräfte, Didier Badjeck, sagte, es sei noch nicht möglich eine genaue Zahl der Opfer zu nennen. Dutzende seien "in den Moscheen, auf den Straßen und in ihren Häusern abgeschlachtet worden", sagte er. Bei dem Angriff wurden demnach auch neun tschadische und drei kamerunische Soldaten getötet.

Worum es Boko Haram geht

Boko Haram kämpft für die Gründung eines sogenannten Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias und den angrenzenden Gebieten. Seit dem Jahr 2009töteten die Extremisten bei Anschlägen und Angriffen Schätzungen zufolge mehr als 15 000 Menschen. In den vergangenen Monaten griffen die Islamisten auch verstärkt Ziele im benachbarten Kamerun an. Der Tschad, der ebenfalls an den Norden Nigerias grenzt, hat inzwischen mehrere tausend Soldaten nach Kamerun verlegt, um Boko Haram zu bekämpfen.

Die tschadischen Streitkräfte töteten bei Gefechten auf nigerianischem Boden am Dienstag nach eigenen Angaben mindestens 200Boko-Haram-Kämpfer - offenbar eine der bislang schwersten militärischen Niederlagen für die Terrorgruppe. Auch neun tschadische Soldaten wurden den Angaben zufolge bei den Kämpfen um den Ort Gamboru getötet, 21 weitere wurden verletzt.

© Süddeutsche.de/dpa/fued

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