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Terrorismus:Mehr als 140 Tote bei Anschlag auf Universität in Kenia

Kenianische Polizisten sichern den Bereich außerhalb der Universität im Osten Kenias ab, die von bewaffneten Angreifern attackiert wurde.

(Foto: AP)
  • Im Osten Kenias stürmen fünf Angreifer den Campus einer Universität und feuern wahllos auf ihre Opfer.
  • Kenianischen Behörden zufolge werden mehr als 140 Menschen getötet.
  • Zeugen berichten von einer Geiselnahme und Schusswechseln mit der Polizei. Die Lage ist unübersichtlich.

Bei dem Angriff der islamistischen Shebab-Miliz auf ein Hochschulgelände in der ostkenianischen Stadt Garissa sind nach Angaben von Behörden mehr als 140 getötet worden. Zunächst war nur von 70 Toten die Rede. Wie Innenminister Joseph Nkaiserry mitteilte, wurden vier Angreifer erschossen.

So soll die Tat verlaufen sein

Medienberichten zufolge sollen die Täter am frühen Donnerstagmorgen die Moschee der Universität von Garissa attackiert und wahllos auf die Anwesenden geschossen haben. Später seien sie in die Schlafsäle vorgedrungen.

Studenten, die entkommen konnten, berichteten der Zeitung Standard von mindestens fünf Angreifern. Sie hätten Geiseln genommen. Es sei zu schweren Gefechten mit Sicherheitskräften gekommen, hieß es in einer Mitteilung der Polizei. Zeugen berichteten von Schusswechseln und Explosionen. Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, dem Gelände fern zu bleiben.

Zuletzt verschanzten sich die Angreifer Innenminister Nkaiserry zufolge noch in einem Gebäude, auf das die Armee nach mehr als zwölf Stunden einen Angriff startete.

Drohungen einer Terrorgruppe gegen die Universität

Der Standard zitierte einen Sicherheitsbeamten mit den Worten, es habe zuvor Drohungen einer Terrorgruppe gegen die Universität gegeben. Garissa hat etwa 120 000 Einwohner und liegt etwa 330 Kilometer östlich der Hauptstadt Nairobi unweit der Grenze zu Somalia.

Shebab-Miliz bekennt sich zu Anschlag

Zu der Attacke in Garissa bekannte sich die islamistische Shebab-Miliz aus dem Nachbarland Somalia. Die somalische Extremistengruppe erklärte, sie habe auf dem Campus christliche Studenten als Geiseln genommen. Die muslimischen Hochschüler seien freigelassen worden. Ob sich noch Menschen in der Gewalt der Angreifer befinden, ist unklar. Die Shebab-Miliz verübt immer wieder Anschläge in Kenia, weil das Land mit Truppen gegen die Extremisten in Somalia im Einsatz ist.

Erst im Dezember hatten Unbekannte eine Granate in ein Café in Garissa geworfen und zwei Menschen verletzt. Im April 2013 attackierten vier Männer ein Hotel in der Stadt und töteten sechs Menschen. Auch in Nairobi schlugen Terroristen bereits zu. Bei einem Angriff auf das Einkaufszentrum Westgate in Nairobi kamen im September 2013 mindestens 67 Menschen ums Leben.

© Süddeutsche.de/dpa/AFP/fued/mane/frdu/pamu
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