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Terror in Frankreich:Charlie Hebdo, Bataclan, Nizza

Der Anschlag in der Stadt am Mittelmeer ist das dritte große Attentat in Frankreich innerhalb von eineinhalb Jahren. Andere wurden verhindert. Eine Chronologie.

Noch sind die Hintergründe des Anschlags in Nizza unklar, doch Frankreichs Präsident François Hollande hat sich bereits festgelegt. Der "terroristische Charakter" des Lkw-Angriffs mit mehr als 80 Toten und zahlreichen Verletzten könne nicht geleugnet werden. Nizza ist damit der dritte große Terroranschlag in Frankreich in den vergangenen 18 Monaten. Eine Reihe weiterer geplanter Attacken konnte von der französischen Polizei vereitelt werden. Ein Überblick.

7. Januar 2015

Beim Attentat auf das Satiremagazin Charlie Hebdo sterben in Paris zwölf Menschen. Zu dem Anschlag bekennt sich ein Ableger der Terrororganisation al-Qaida. Ein weitere Täter erschießt eine Polizistin und nimmt in einem jüdischen Supermarkt Geiseln, von denen er vier erschießt, bevor er selbst von der Polizei getötet wird. Er hatte sich zuvor zur islamistischen Terrormiliz IS bekannt.

19. April 2015

Nach der Ermordung einer Frau in Villejuif bei Paris wird ein Student festgenommen. Der 24-Jährige mit Kontakt nach Syrien soll mit einem Waffenarsenal aus Kalaschnikow-Sturmgewehren, Pistolen und Revolvern Anschläge auf Kirchen geplant haben.

26. Juni 2015

Ein 35-jähriger Islamist wird überwältigt, als er in einem Industriegas-Werk in Saint-Quentin-Fallavier bei Lyon eine Explosion verursachen will. Er hatte zuvor seinen Arbeitgeber enthauptet und den Kopf mit zwei Islamistenflaggen auf den Fabrikzaun gesteckt.

21. August 2015

Ein 25-jähriger Islamist wird im Thalys-Schnellzug Brüssel-Paris bei einem Anschlagsversuch mit einem Schnellfeuergewehr von Fahrgästen überwältigt. Zwei Zuginsassen werden verletzt.

13. November 2015

Bei einer koordinierten Anschlagsserie in Paris ermorden IS-Extremisten 130 Menschen. Die Angreifer feuern auf Bars und Restaurants, in der Konzerthalle "Bataclan" richten sie ein Massaker an. Am Stade de France sprengen sich während des Fußball-Länderspiels Frankreich-Deutschland drei Selbstmordattentäter in die Luft.

18. November 2015

Bei einem Anti-Terror-Einsatz in Saint-Denis bei Paris nimmt die Polizei sieben mutmaßliche Komplizen der Attentäter fest. Drei weitere Verdächtige kommen ums Leben - einer ist Abdelhamid Abaaoud, der mutmaßliche Kopf hinter den Anschlägen von Paris.

7. Januar 2016

Am Jahrestag der Anschläge auf Charlie Hebdo schießen Polizisten vor einem Pariser Kommissariat einen Mann nieder. Er war mit einem Messer bewaffnet und trug die Attrappe einer Sprengstoffweste.

24. März 2016

Ermittler nehmen einen 34-jährigen Franzosen fest und finden in einer von ihm angemieteten Wohnung im Pariser Vorort Argenteuil ein großes Waffenarsenal, unter anderem fünf Kalaschnikow-Sturmgewehre, eine Maschinenpistole und Sprengstoff. Nach Ansicht der Ermittler gehörte der Festgenommene zu einem Terrornetzwerk, das kurz vor einem schweren Anschlag stand.

14. Juni 2016

Ein Mann ersticht in Magnanville im westlichen Umland von Paris einen Polizisten und verschanzt sich in dessen Haus, wo später auch die Lebensgefährtin des Opfers tot aufgefunden wird. Die Polizei stürmt das Gebäude und erschießt den Täter, der sich zuvor zum IS bekannt hatte. Vor dem Hintergrund der laufenden Fußball-EM hatten zahlreiche Behörden immer wieder vor der hohen Terrorgefahr in Frankreich gewarnt.

14. Juli 2016

Bei einem Anschlag am französischen Nationalfeiertag werden in der Hafenstadt Nizza mindestens 80 Menschen durch einen Attentäter getötet, der mit einem Lastwagen durch eine feiernde Menschenmenge rast.

© SZ.de/dpa/pamu

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