Terror im Baskenland Eta kündigt Ende der Gewalt an

Die baskische Untergrundorganisation Eta erklärt das Ende des bewaffneten Kampfes. Nach gut 40 Jahren, mehr als 830 Toten und 2300 Verletzten wollen sich die Unabhängigkeitskämpfer auf einen friedlichen Dialog einlassen. Politiker loben den Schritt.

Die baskische Untergrundorganisation Eta hat nach 40 Jahren Terror das "definitive Ende ihrer bewaffneten Aktivitäten" bekannt gegeben. In einer Erklärung auf der Website der baskischen Zeitung Gara hieß es: "Die Eta ruft die spanische und französische Regierung auf, einen direkten Dialog einzuleiten mit dem Ziel, die Konsequenzen des Konflikts anzugehen und so die bewaffnete Auseinandersetzung zu überwinden."

Die baskische Untergrundorganisation Eta (Archivbild) will den bewaffneten Kampf einstellen.

(Foto: AP)

Die Eta appellierte zugleich an die Regierungen in Spanien und Frankreich, direkte Verhandlungen mit der Organisation aufzunehmen. Sie sagte in der Erklärung jedoch nichts darüber aus, ob die Organisation sich auflösen und ihre Waffen abgeben will.

Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero begrüßte die Ankündigung der Eta: "Wir werden eine Demokratie ohne Terrorismus haben", sagte er. Spanien werde aber das Leid der Opfer des Terrors nicht vergessen. Der baskische Regierungschef Patxi López betonte: "Mit dem Kommuniqué bestätigt die Eta ihre Niederlage. Die Organisation ist an ihr Ende gelangt, ohne auch nur ein einziges ihrer Ziele erreicht zu haben."

Mit der Ankündigung folgte die Eta der Forderung einer internationalen Friedenskonferenz, die die Terroristen am Wochenende zu einer Niederlegung der Waffen aufgerufen hatte. Das Treffen in der nordspanischen Küstenstadt San Sebastián hatte unter dem Vorsitz des frühere UN-Generalsekretärs Kofi Annan gestanden.

"Euskadi Ta Askatasuna" (Baskenland und Freiheit, abgekürzt Eta) kämpft seit Jahrzehnten für die Gründung eines unabhängigen baskischen Staates. Ihr erstes Attentat verübte sie im Jahr 1968. Seither kamen bei etwa 4000 Terroranschlägen mehr als 830 Menschen ums Leben, 2300 wurden verletzt. Tausende von Politikern, Richtern und hohen Beamten im Baskenland mussten von Leibwächtern vor den Terroristen geschützt werden. Die Eta sieht sich selbst als linksstehende Befreiungsorganisation. Von der Europäischen Union und anderen internationalen Organisationen wurde sie offiziell als terroristische Vereinigung eingestuft.

Das letzte Attentat liegt zwei Jahre zurück. "Im Baskenland beginnen nun neue politische Zeiten", betonte die Eta. "Anstelle von Gewalt und Repression sollen Dialog und Einvernehmen den neuen Zyklus bestimmen."

Zur Entscheidung der Eta dürfte maßgeblich beitragen haben, dass die Organisation in den vergangenen Jahren durch die Festnahme ihrer Führer und die Zerschlagung ihrer Terror-Kommandos erheblich geschwächt worden war. Sogar die Anhänger der verbotenen Separatistenpartei Batasuna (Einheit), die als der politische Arm der Eta gegolten hatte, gingen auf Distanz zu den Terroristen und verlangten eine Ende des Terrors.