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Tempelberg in Jerusalem:Israelische Polizei dringt in Al-Aksa-Moschee ein

Palästinenser demonstrieren auf dem Tempelberg vor der Al-Aksa-Moschee. Auf dem Banner steht auf arabisch: "Mohammed ist unser Führer".

(Foto: AFP)
  • Bestrebungen ultranationalistischer Juden, auf dem Ost-Jerusalemer Tempelberg zu beten, haben am Sonntag zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen der israelischen Polizei und Palästinensern geführt.
  • Die Polizei rückte dabei in das dritthöchste islamische Heiligtum nach Mekka und Medina, die Al-Aksa-Moschee, vor, was sie nur sehr selten tut.

Bestrebungen ultranationalistischer Juden, auf dem Ost-Jerusalemer Tempelberg zu beten, haben am Sonntag zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen der israelischen Polizei und Palästinensern geführt. Die Polizei rückte dabei in das dritthöchste islamische Heiligtum nach Mekka und Medina, die Al-Aksa-Moschee, vor, was sie nur sehr selten tut. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP sah, wie mindestens sechs Palästinenser festgenommen wurden.

In einer Polizeimitteilung hieß es, zur Vermeidung einer Eskalation seien dutzende Beamte "einige Meter weit" in die Moschee eingedrungen. Sie hätten die Türen der Moschee geschlossen und die "Ordnung wiederhergestellt". Der Vorstoß habe Palästinensern gegolten, die sich in der Moschee "verbarrikadiert" und dort vermutlich Feuerwerkskörper und Benzinbomben für mögliche Ausschreitungen gelagert hätten.

Die "maskierten Randalierer" seien in die Moschee "geflüchtet" und hätten die Einsatzkräfte von dort aus mit Steinen und Böllern beworfen. Mehrere Polizisten seien verletzt worden. Von der Polizei verbreitete Fotos zeigten abgerissene Holztüren der Moschee, zerrissene Teppiche und am Boden verstreute Steine. In den Straßen und Gassen der touristischen Altstadt um die Moschee gingen die Ausschreitungen nach Polizeiangaben weiter. Palästinenser warfen demnach Steine und Flaschen und verletzten weitere Polizisten. Einem AFP-Reporter zufolge feuerte die Polizei Schockgranaten ab. Mindestens drei palästinensische Steinewerfer wurden festgenommen.