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Krieg in Syrien:Assads Armee öffnet Fluchtkorridor aus Rebellengebiet

Syrer in den Ruinen der Stadt Khan Scheikhun, die in der umkämpften Region Idlib liegt.

(Foto: AFP)
  • Syriens Regierung will nach dem Vormarsch ihrer Truppen in der Region um die Stadt Idlib eingekesselten Zivilisten den Abzug gestatten.
  • Zuletzt waren Zehntausende Menschen vor der Offensive der syrischen Regierungstruppen in Richtung türkische Grenze geflohen.
  • Die Region um Idlib im Nordwesten Syriens ist nach mehr als acht Jahren Bürgerkrieg das letzte große von Rebellen kontrollierte Gebiet.

Syriens Regierung will nach dem Vormarsch ihrer Truppen im letzten großen Rebellengebiet um die Stadt Idlib eingekesselten Zivilisten den Abzug gestatten. Dafür sei im Süden des Gebietes ein Korridor eingerichtet worden, meldete die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana am Donnerstag unter Berufung auf das Außenministerium in Damaskus. Eine Bestätigung von anderer Seite gab es zunächst nicht.

Unklar ist, wie viele Menschen sich noch in dem eingekesselten Gebiet aufhalten. Aktivisten hatten berichtet, ein Großteil der Zivilisten sei bereits zuvor geflohen.

Die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad waren am Mittwoch in die Stadt Khan Scheikhun eingerückt, nachdem die Rebellen diese aufgegeben hatten. Bei dem Vormarsch schnitten die Truppen der Regierung einen Teil im Süden des Rebellengebiets um Idlib von der Außenwelt ab. In der eingekesselten Region liegt auch ein Beobachtungsposten der Türkei, die die Rebellen unterstützt.

Helfer berichten von einer dramatischen humanitären Lage

Die Region um Idlib im Nordwesten des Bürgerkriegslandes ist nach mehr als acht Jahren Bürgerkrieg das letzte große Rebellengebiet. Dominiert wird es von der al-Qaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS).

Russland als Verbündeter der Regierung und die Türkei hatten sich auf eine sogenannte Deeskalationszone für Idlib geeinigt. Die Assad-Anhänger begannen jedoch Ende April eine Offensive und konnten in den vergangenen Tagen größere Geländegewinne verbuchen. Syrische und russische Luftwaffe fliegen regelmäßig Angriffe.

Die Eskalation der Gewalt und der Vormarsch der Regierung löste eine Massenflucht aus. Nach UN-Angaben flohen im August mehr als 70 000 Menschen aus dem umkämpften Gebiet Richtung Norden. Helfer berichten von einer dramatischen humanitären Lage. Seit Beginn der Offensive im April sind den UN zufolge 576 000 Menschen innerhalb der Region Idlib vertrieben worden.

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