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Südwest-CDU:Tanja Gönner unterliegt im Stuttgarter Machtkampf

Die scheidende Umweltministerin Tanja Gönner wollte CDU-Landeschef Mappus beerben, doch sie verliert die Kampfabstimmung um den Fraktionssitz gegen Peter Hauk. Damit hat sich auch der Landesvorsitz erledigt.

Die scheidende Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) ist ein hohes Risiko eingegangen - und hat verloren. Die 41-Jährige hatte erklärt, nur dann für den Landesvorsitz der baden-württembergischen CDU zu kandidieren, wenn die Führung von Fraktion und Partei in einer Hand liege.

Doch die neue CDU-Landtagsfraktion in Stuttgart wählte am Dienstag nicht sie, sondern bestätigte den bisherigen Fraktionsvorsitzenden Peter Hauk am Dienstag im Amt. Damit entschied Hauk den Machtkampf mit Tanja Gönner um die Rolle des Oppositionsführers in Baden-Württemberg für sich. Diese wird nun voraussichtlich auch nicht mehr den Vorsitz der Landespartei anstreben.

Gönner hatte dafür plädiert, die Wahl des Fraktionschefs zu verschieben. Die Partei brauche nach der Niederlage bei der Landtagswahl Zeit, sagte sie zur Begründung. Nach kurzer Diskussion hatten sich die Abgeordneten am Dienstagnachmittag aber mehrheitlich für eine sofortige Wahl ausgesprochen.

Tanja Gönner, die engste Vertraute von Ministerpräsident Stefan Mappus, galt lange Zeit als dessen mögliche politische Erbin. Nach dem historischen Machtverlust ihrer Partei in Baden-Württemberg wollte die Umwelt- und Verkehrsministerin die Führung der Landes-CDU übernehmen.

Die in Berlin gut vernetzte Gönner mit einem direkten Draht zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gilt als sehr ehrgeizig und durchsetzungsstark. Man attestierte ihr zudem das "Durchhaltevermögen eines Duracell-Häschens". Doch ist die wegen ihrer Fachkompetenz sowohl bewunderte als auch gefürchtete 41-Jährige nicht überall in der Partei sowie in der Fraktion beliebt. Manche beschreiben die ledige Juristin als arrogant und eiskalt berechnend.