Sudan:UN schlagen Alarm

Fast sechs Monate nach Ausbruch des Machtkampfs im Sudan wird das Leben für Millionen Menschen dort immer schwieriger. Die Vereinten Nationen (UN) täten alles, um Vertriebene und Bedürftige mit dem Nötigsten zu versorgen, sagte eine UN-Vertreterin am Donnerstag in Genf. Aber Helfer würden immer wieder von Milizen und Militärkontrollen behindert, Konvois gestoppt und das Erreichen der Menschen dadurch erschwert. Zudem fehle es an Geld, deshalb müssten mehr Menschen hungern und Kliniken könnten nicht mit dem Nötigsten versorgt werden, sagte die stellvertretende Koordinatorin des humanitären Einsatzes im Sudan, Clementine Nkweta-Salami. Nach ihren Angaben brauchen schon fast 25 Millionen Einwohner - praktisch die Hälfte der Bevölkerung - Unterstützung. 5,4 Millionen Menschen seien durch die Kämpfe im Land selbst vertrieben worden oder über die Grenzen ins Ausland geflohen. Viele Menschen lebten unter Zeltplanen, wüssten nicht, wie sie sich und ihre Kinder ernähren sollten, hätten keinen Zugang zu Schulen und keine Möglichkeit, Geld zu verdienen. 70 Prozent der Krankenhäuser im Land funktionierten nicht mehr, sagte sie. Nach den jüngsten Überschwemmungen drohten Krankheitsausbrüche. Je länger das Chaos andauere, desto mehr Berichte bekämen die UN-Büros über sexuelle Ausbeutung und andere Menschenrechtsverletzungen. Die Vereinten Nationen hätten in dem Land im Nordosten Afrikas erst 3,6 Millionen Menschen mit Hilfe erreicht. Ziel seien 18 Millionen Menschen. Der Spendenbedarf in Höhe von 2,6 Milliarden Dollar für dieses Jahr sei erst zu einem Drittel gedeckt. Sie appellierte an die Kriegsparteien, Behinderungen von Hilfslieferungen einzustellen und mehr für eine friedliche Lösung des Konflikts zu tun.

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