Glosse:Das Streiflicht

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Glosse: Das Streiflicht

Das Streiflicht

(Foto: SZ)

Man wünschte sich die Zeiten zurück, als eine halbscharfe Chilischote WM-Maskottchen sein durfte, oder ein harmloses Hähnchen.

(SZ) Zu den Ritualen vor Fußballweltmeisterschaften gehört die Vorstellung des Maskottchens genauso wie allgemeine Aufregung nach der Vorstellung des Maskottchens. WM-Maskottchen sind wie deutsche Teilnehmerlieder beim Eurovision Song Contest: belächelt, verspottet, ein verlässlicher Anlass zur Fremdscham. Die Maskottchen-Designer haben sich eine Apfelsine für die WM 1982 in Spanien einfallen lassen und eine schnauzbärtige Chilischote für die WM in Mexiko 1986, beides natürlich gnadenlos naheliegend und komplett unkreativ. Weil die Deutschen es ja immer besser können wollen, haben sie für das Sommermärchen 2006 einen linkischen Löwen an den Start geschickt, Goleo war sein Name. Naheliegend war das immerhin nicht, in Deutschland gibt es in freier Wildbahn keine Löwen. Aber leider trug der Löwe - anders als die Apfelsine und die Chilischote - keine Hose, sein palmwedelartig zugeschnittener Schwanz baumelte den Umstehenden im Gesicht herum, und das kam den allermeisten unangenehm vor. Goleo war eine Witzfigur. Zwar hat die Bild gerade geschrieben: "Am Ende liebten alle unseren coolen Löwen", tatsächlich wurde unser cooler Löwe auch am Ende von niemandem geliebt.

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