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Straßenverkehr:Es geht noch besser

Die Zahl der Verkehrstoten ist gesunken, das ist eine gute Nachricht. Aber die Zahl der Unfälle steigt. Um das zu verhindern, müsste Deutschland politisch deutlich mehr tun.

Zur guten Nachricht: Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Verkehrstoten um 6,6 Prozent auf 3059, auch die Zahl der Verletzten ging zurück. Wer alt genug ist, kann sich noch an die Siebzigerjahre erinnern - damals war die Zahl der Toten fünfstellig. Die Gurtpflicht im Auto, die Verpflichtung zum Tragen eines Helms auf dem Motorrad, technische Helfer im Fahrzeug, die den Fahrer mittlerweile unterstützen, und Verbesserungen in der Rettungskette - all das hat in den vergangenen Jahrzehnten dazu geführt, dass die Zahlen drastisch sanken.

Dennoch hat die Politik die vor zehn Jahren selbst gesteckte Marke verfehlt: Damals hatte die Bundesregierung das Ziel ausgerufen, bis 2020 die Zahl der Verkehrstoten um 40 Prozent zu senken. Das wären - je nach Rechenart - 2200 bis 2400 Todesopfer. Und nach wie vor steigt die Zahl der Unfälle, einfach weil viel zu viel los ist auf den Straßen.

Skandinavische Länder hingegen haben sich der "Vision zero" verschrieben - also der Idee, irgendwann einmal gar keinen Unfalltoten mehr beklagen zu müssen. Politiker wie Planer dort ordnen alles diesem Ziel unter. Sie errichten zum Beispiel Straßen mit einer Art "eingebautem Sicherheitspuffer", überwachen den Verkehr konsequent. Und sie untersagen ihren Bürgern auf den Autobahnen die grenzenlose Raserei.

© SZ vom 28.02.2020
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