Stasi-Affäre Andrej Holm verliert auch seinen Universitäts-Posten

Andrej Holm trat am Montag zurück.

(Foto: Jörg Carstensen/dpa)

Dem Rücktritt als Berliner Staatssekretär folgt jetzt die Entlassung von der Humboldt-Universität. Seine Stasi-Vergangenheit an sich soll aber nicht der Grund sein.

Der nach einer Stasi-Affäre zurückgetretene Berliner Ex-Staatssekretär Andrej Holm verliert auch seinen zweiten Arbeitsplatz. Das Arbeitsverhältnis an der Humboldt-Universität werde "ordentlich gekündigt", sagte Präsidentin Sabine Kunst unter lautstarkem Protest von Studenten.

Holms Entlassung sei ein "Verlust für die Humboldt-Universität, weil sie einen anerkannten Stadtsoziologen mit großem wissenschaftlichen Renommee verliert". Die Kündigung beruhe ausdrücklich nicht auf seiner Tätigkeit für die Stasi, sondern auf Täuschung der Humboldt-Uni hinsichtlich seiner Biografie, sagte Kunst.

Holm, der wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität war, hatte 2005 im Personalfragebogen verneint, hauptamtlicher Mitarbeiter der Stasi gewesen zu sein. Später hatte er das mit Erinnerungslücken begründet. Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass seine Stasi-Tätigkeit zur Wendezeit als hauptamtlich galt. Seine Nominierung als Staatssekretär hatte im rot-rot-grünen Senat eine Krise ausgelöst. Holm war deswegen am Montag zurückgetreten - und so einer Entlassung zuvorgekommen.

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Der Politiker tritt zurück und kommt damit einer Entlassung wegen seiner Stasi-Vergangenheit zuvor. SPD und Grüne hätten ihm deutlich gemacht, dass sie ihn "politisch nicht unterstützen".