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Standardwaffe:G36 verfehlt Bundeswehr-Anforderungen

Von der Leyen Visits Naval School At Ploen

Soldaten der Bundeswehr üben an dem Sturmgewehr G36.

(Foto: Getty Images)
  • Eine Untersuchung zum Standardgewehr der Bundeswehr G36 kommt zu dem Schluss, dass die Waffe nicht den Anforderungen entspricht.
  • Die Treffwahrscheinlichkeit schwindet, wenn die Gewehre heißgeschossen sind oder die Außentemperaturen hoch sind.
  • Heckler & Koch spricht von neuen Prüfbedingungen, unter denen das Gewehr getestet wurde. Auch das Ministerium räumt ein, die Anforderungen seien bei der Bestellung andere gewesen.

Das Gewehr G36 erfüllt nicht die heutigen Anforderungen der Bundeswehr. Zu diesem Schluss kommt eine von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Auftrag gegebene Untersuchung, die am Freitag im Ministerium einging und die der S üddeutschen Zeitung vorliegt. Danach sinkt die Treffwahrscheinlichkeit bei heißgeschossener Waffe und hoher Außentemperatur unter die aus Sicht der Truppe akzeptable Marke.

Als Vorgabe wird definiert, "dass ein Ziel sowohl bei schussinduzierter Waffenerwärmung, als auch bei wechselnden klimatischen Bedingungen auf eine Entfernung von bis zu 300m bei hoher Treffwahrscheinlichkeit (90%) getroffen werden kann". Zu beiden Voraussetzungen, also sowohl zur "schussinduzierten Erwärmung" als auch zu "geänderten klimatischen Bedingungen" heißt es: "Das aktuelle Waffensystem erfüllt die Forderungen nicht."

Anforderungen sind grundsätzlich technisch realisierbar

Bei heißgeschossenen Waffen ließen sich dem Bericht zufolge immerhin "Verbesserungen in der Treffwahrscheinlichkeit" erzielen, wenn man die Munition austausche - dennoch könnten die definierten Anforderungen "mit keiner untersuchten Munition erfüllt werden". Dabei seien die Anforderungen an die Waffe "grundsätzlich technisch realisierbar". Dies zeigten andere "untersuchte Waffensysteme", wie es im Bericht heißt. Aus zunächst 304 Gewehren vom Typ G36 wurden für die Untersuchung 25 Exemplare unterschiedlicher Konstruktionsstände bestimmt, die einer "Reihe von Vergleichswaffen anderer Fabrikate" gegenübergestellt wurden.

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Der zusammenfassende Bericht zu den Untersuchungsergebnissen wurde zwischen dem Wehrwissenschaftlichen Institut für Werk- und Betriebsstoffe, dem Fraunhofer Ernst-Mach-Institut und der Wehrtechnischen Dienststelle 91 abgestimmt. Auf Anregung des Bundesrechnungshofs hatte von der Leyen die gemeinsame Untersuchung im vergangenen Sommer in Auftrag gegeben.

Zuvor hatte es widersprüchliche Berichte zur Ursache der Präzisionsprobleme gegeben. Während es zwischenzeitlich hieß, allein die Munition sei verantwortlich, wurde dies später revidiert. Die gemeinsame Untersuchung sollte nun Klarheit schaffen. Von der Leyen hatte den Tenor der Ergebnisse kürzlich vorweggenommen und erhebliche Präzisionsprobleme des G36 unter den beschriebenen Bedingungen eingeräumt.