SPD Aus dem Parteitag das Bestmögliche gemacht

Martin Schulz hat glaubhaft gemacht, dass er die Bundestagswahl noch nicht verloren gegeben hat. Diese Botschaft war für den Kampfgeist der SPD vielleicht das Wichtigste.

Kommentar von Nico Fried

Martin Schulz und die SPD haben aus ihrem Parteitag das Bestmögliche gemacht. Es ist durchaus beachtlich, in welcher Geschwindigkeit die Sozialdemokraten nach einer Phase von Höhenrausch und Überschwang in der Lage waren, auf Durchhalteparolen und Jetzt-erst-recht-Modus zu wechseln.

Im Fußball nennt man das schnelles Umschaltspiel. Auch der Kanzlerkandidat hat glaubhaft gemacht, dass er die Wahl noch nicht verloren gegeben hat. Diese Botschaft war für den Kampfgeist der Partei vielleicht sogar das Wichtigste.

Martin Schulz ist in den eigenen Reihen in einer komfortableren Position als Peer Steinbrück vor vier Jahren. Bei Schulz führt niemand die jüngsten Rückschläge darauf zurück, dass Kandidat, Partei und Programm nicht zusammenpassen. Wo Schulz draufsteht, ist Schulz drin, mehr oder weniger. Und die einstimmige Verabschiedung des Wahlprogramms zeigt, dass Schulz an Rückhalt noch nicht erkennbar eingebüßt hat.

In Dortmund hat Schulz die Kanzlerin so scharf attackiert wie noch nie. Der Vorwurf, Angela Merkel verweigere sich dem politischen Wettbewerb ist legitim, wenn auch gegen eine amtierende Kanzlerin ein wenig läppisch. Im Vorwurf der Arroganz der Macht steckt Wahlkampf - das Wort vom "Anschlag auf die Demokratie" hätte Schulz sich aber schenken können. Ein solcher Begriff sollte dieser Tage anderen Akteuren vorbehalten bleiben.

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