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Skandal in Bamf:Ex-Chefin des Bremer Bamf beklagt Versetzung

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Trier

In Bremen stehen frühere Mitarbeiter im Verdacht, Asylverfahren zugunsten von Flüchtlingen manipuliert zu haben.

(Foto: picture alliance / Fredrik von E)
  • Josefa Schmid, Ex-Chefin des Bremer Bamf, bittet Bundesinnenminister Seehofer in einem Brief um Hilfe.
  • Sie wolle wieder in Bremen arbeiten und bei der Aufklärung des dortigen Skandals um manipulierte Asylverfahren helfen.
  • Schmid war vergangene Woche, kurz nachdem ihr Bericht öffentlich geworden war, nach Niederbayern versetzt worden.

Die bisherige Leiterin der Bremer Außenstelle des Asyl-Bundesamtes (Bamf), Josefa Schmid, protestiert bei Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gegen ihre Zwangsversetzung nach Niederbayern. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung und NDR hat Schmid am Sonntag an Seehofer geschrieben und ihn um Hilfe gebeten: Sie wolle wieder in Bremen arbeiten, um mitzuwirken an der Aufklärung der Vorwürfe gegen die frühere dortige Bamf-Chefin; diese und andere Beschuldigte stehen im Verdacht, Asylverfahren zugunsten von Flüchtlingen manipuliert zu haben. Schmid, die die Filiale seit Januar leitete, hatte im April einen Bericht an den Staatssekretär im Innenministerium (BMI), Stephan Mayer, geschickt. Darin gibt sie der Bamf-Zentrale eine Mitverantwortung für die Abläufe in Bremen.

Schmid war letzte Woche, nachdem ihr Bericht öffentlich geworden war, nach Deggendorf versetzt worden. Dagegen wehrt sie sich weiter gerichtlich. Sie lässt in ihrem Brief die Begründung des Bamf, man habe sie aus Fürsorge versetzt, da sie Gegenstand der Berichterstattung geworden sei, nicht gelten: "Ich brauche sicher nicht vor den Medien geschützt werden, weil ich öffentliche Berichterstattung über mich seit Jahrzehnten aus der Kommunalpolitik gewohnt bin." Schmid ist ehrenamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde Kollnburg. Sie sei enttäuscht, dass sie bisher vom BMI nicht mehr Unterstützung bei ihrem Bemühen um Aufklärung in Bremen bekommen habe. "Führungskompetenz und Krisenmanagement" wünschten sie und Kollegen sich vom neuen Innenminister. "Das trauten wir Ihnen uneingeschränkt zu. Leider wurden wir nicht erhört." Eine BMI-Sprecherin erklärte, dass im März Staatssekretär Mayer mit Schmid telefoniert habe; diese Delegation von Terminanfragen an den Minister sei üblich. Die Versetzung halte man nach wie vor für geboten, "aus Fürsorgegründen". Dadurch werde die Aufklärung auch nicht erschwert. Ihre Erkenntnisse würden berücksichtigt.

Flüchtlings- und Migrationspolitik Bremer Bamf-Leiterin nach Niederbayern versetzt

Josefa Schmid

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