Senat - Berlin:Senat: Mieten bei landeseigenen Gesellschaften überschaubar

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Senat - Berlin: Blick auf die Fassaden von Wohnhäusern. Foto: Nicolas Armer/dpa/Symbolbild
Blick auf die Fassaden von Wohnhäusern. Foto: Nicolas Armer/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Berlin (dpa/bb) - Die Mieten bei den landeseigenen Wohnungsgesellschaften sind aus Sicht des Senats weiter moderat, der Wohnungsmarkt in Berlin bleibt aber angespannt. Mit im Schnitt 6,29 Euro pro Quadratmeter seien die Bestandsmieten bei den sechs Gesellschaften Ende 2021 im Vergleich zum Vorjahr unverändert gewesen, sagte der Senator für Stadtentwicklung und Wohnen, Andreas Geisel (SPD), am Dienstag nach der Sitzung des Senats. Das sei ein Wert deutlich unter der ortsüblichen Vergleichsmiete von 6,75 Euro und eine "moderate Höhe".

36 Prozent der landeseigenen Wohnungen seien für 5 bis 6 Euro pro Quadratmeter vermietet, mit 38 Prozent etwa die gleiche Größenordnung für 6 bis 7 Euro. Es sei auch die Rolle der landeseigenen Gesellschaften, beruhigend in den Mietwohnungsmarkt zu wirken.

Geisel hatte im Senat seinen Jahresbericht zu den sechs landeseigenen Wohnungsgesellschaften wie Howoge und Gesobau vorgestellt. Sie verfügen über rund 340.000 Wohnungen, das ist etwa ein Fünftel der Mietwohnungen in Berlin. Bei den Neuvermietungen lag der Quadratmeterpreis dort im Schnitt bei 7,25 Euro. Das sei rund ein Drittel weniger als im Durchschnitt der Angebotsmieten von 10,55 Euro, sagte Geisel.

"Insgesamt zeigt der Bericht, dass die Lage auf dem Berliner Mietenmarkt durchaus differenziert ist", so der Senator. "Klar, wir haben einen angespannten Mietenmarkt in Berlin, völlig unstrittig." Das beziehe sich vor allem auf die Situation bei der Suche nach Wohnungen und die Summen, die bei Neuvermietungen gezahlt werden müssten. Die Bestandsmieten vor allem bei den kommunalen Wohnungsbaugesellschaften seien aber bezahlbar.

Geisel wies darauf hin, dass die landeseigenen Gesellschaften eine Begrenzung der Miete auf 30 Prozent des Haushaltseinkommens praktizieren. Allerdings falle das kaum ins Gewicht: "2021 gab es 85 gestellte Härtefallanträge", sagte der Senator, "eine bemerkenswert niedrige Zahl".

Ein Grund dafür sei, dass die Härtefallregelung noch stärker bekannt gemacht werden müsse - viele Mieter wüssten gar nicht, dass es diese Regelung gebe. Der zweite Grund sei, dass die Mieten bei landeseigenen Anbietern eben doch sehr moderat seien und die Haushaltsbelastung nur in wenigen Fällen über 30 Prozent steige.

Ebenfalls wenig genutzt wird die Möglichkeit zum Wohnungstausch, der auch zwischen verschiedenen Gesellschaften möglich ist: Im vergangenen Jahr sei das gerade 1200 Mal passiert. Im Moment gebe es dafür einfach nicht die nötigen Potenziale, sagte Geisel. Es gebe insgesamt zu wenig Bewegung auf dem Wohnungsmarkt.

Das zeigt sich auch an anderer Stelle: Zwar haben die sechs Gesellschaften 62,5 Prozent der neu vermieteten Bestandswohnungen an Menschen mit Wohnberechtigungsschein vergeben. In absoluten Zahlen waren das aber gerade 9622, sagte Geisel. "Weil die Wohnungen schlicht nicht frei geworden sind, weil die Fluktuation außerordentlich gering ist, weil wir sehr geringen Wohnungsleerstand haben."

Aus Geisels Sicht zeigt das: Mehr Neubau ist unbedingt nötig. "Angesichts der Krisensituation stellt sich die Frage, wie viel kann real gebaut werden", sagte er. Das gebaut werden müsse, verstehe sich von selbst.

© dpa-infocom, dpa:220718-99-68546/4

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