Scheidende SPD-Generalsekretärin Fahimi:Vieldeutiger Abgang

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi geht - nur wenige Tage, nachdem ihr Chef Sigmar Gabriel gesagt hat: Ich will Kanzler werden. Zufall?

Von Christoph Hickmann

Über einen Mangel an Häme hat sich Yasmin Fahimi während ihrer Amtszeit nie beklagen können. Moniert wurden hölzern geratene Auftritte, technokratische Sprache und die Konzentration auf vermeintlich Abseitiges, etwa die Arbeit in sozialdemokratischen "Themenlaboren".

Befeuert wurde all dies dadurch, dass aus dem Kreis der Parteispitze früh verlautete, bei der vor knapp zwei Jahren von Parteichef Gabriel selbst aus dem Hut gezauberten Gewerkschafterin handele es sich um eine Fehlbesetzung.

In dieser Härte war die Kritik stets überzogen - doch wahrscheinlich würde nicht einmal Fahimi selbst leugnen, dass sie als Staatssekretärin im Arbeitsministerium besser aufgehoben ist als auf dem Einpeitscherposten an der SPD-Spitze. Insofern liegt die nun verbreitete Lesart nah, dass Gabriel hier ein offensichtliches Personalproblem losgeworden ist - zur beiderseitigen Zufriedenheit.

Allerdings lautete eine weitere, in der Sache schwerer wiegende Kritik an Fahimi stets, dass sie noch nie einen Bundestagswahlkampf organisiert habe. Dieses Grundproblem aber wird Gabriel auch mit ihrer Nachfolgerin nicht lösen können - außer der ehemaligen Generalsekretärin Andrea Nahles kann derzeit keine Sozialdemokratin diese Erfahrung vorweisen. Die Wahl einer Generalsekretärin kann also nur der erste Schritt sein. Fast noch wichtiger wird die Frage, welche Strategen man ihr zur Seite stellt.

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